Rücktritt! Die Gesundheit spielt nicht mehr mit

Bürgermeister Josef Niedermair (CSU) spricht über die Gründe seines Rücktritts

Bürgermeister Josef Niedermair (CSU) wird zum Jahresende die Amtsgeschäfte abgeben. Foto: Eva Oestereich

Am 31. Dezember feiert Josef Niedermair seinen 67. Geburtstag. Es wird zugleich sein letzter Arbeitstag als Erster Bürgermeister der Gemeinde Hallbergmoos (Landkreis Freising) sein. Dies kündigte er am gestrigen Mittwoch in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch an. Sein Nachfolger wird am 20. Oktober 2024 gewählt. Das neue Gemeindeoberhaupt wird voraussichtlich am 1. Januar 2025 die Arbeit aufnehmen.

Regulär hätte Niedermair bis Mai 2026 die Geschäfte geführt. Aber die Gesundheit spielt nicht mit: „Ich bin nicht todkrank, habe keinen Krebs. Aber es sind ein paar Dinge passiert. Ich habe Blessuren, die mich zu diesem Schritt veranlassen“, erklärte er. Die Entscheidung für seinen Rücktritt habe er am 17. März, dem Geburtstag seiner Frau, getroffen. Die Familie habe ihn darin bestärkt, mehr auf sich zu achten. „Ich habe noch eine Nacht darüber geschlafen und meinen Entschluss den Geschäftsleiterinnen im Rathaus am Montag, 18. März, mitgeteilt. Die Fraktionssprecher und Gemeinderäte wurden am vergangenen Dienstagabend informiert.

Nach dem Tod des Amtsvorgängers die Verantwortung übernommen

„Ich bin damals in einer schwierigen Situation eingesprungen. Ich hoffe, die Bevölkerung hat Verständnis dafür, dass ich jetzt an meine Gesundheit und meine Familie denke.“ Niedermair hatte sich eigentlich 2020 nach 36 Jahren als Gemeinderat, davon zwölf Jahre als 2. Bürgermeister und 18 Jahren im Kreistag in den politischen Ruhestand begeben. Es sollte nur ein kurze Verschnaufpause sein: Nach dem überraschenden Tod von Bürgermeister Harald Reents war er im April 2021 als gemeinsamer Kandidat aller Fraktionen mit 90 Prozent Zustimmung zum Rathauschef der 12.000 Einwohner-Gemeinde gewählt worden.

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Die Kritik von Feuerwehrkommandant Richard Busl gegenüber Bürgermeister und Gemeinderat (siehe Printausgabe vom 17. April 2024) waren nicht ausschlaggebend für die Rücktrittsentscheidung, bekräftigt Niedermair „Da geht dir der Blutdruck schon rauf, wenn einer zu dir völlig ungerechtfertigt sagt: Ich bin von dir als Bürgermeister absolut enttäuscht“. Niedermair weiter: „Aber ich weiß mich zu wehren, bin streitbar, aber nicht nachtragend“, sagt Niedermair. Von Busl erwarte er allerdings schon eine Entschuldigung.

Neuwahlen am 20. Oktober

Mit dem Wahlleiter Michael Kirmayer hat Niedermair bereits die weiteren, notwendigen Schritte erörtert: Am 20. Oktober 2024 kann die Wahl des neuen Bürgermeisters stattfinden, 14 Tage später eine etwaige Stichwahl. Offizieller Amtsantritt des Nachfolgers könnte dann der 1. Januar 2025 sein. Im Jahr 2026 würde dann eine „neutrale Gemeinderatswahl“ stattfinden. Bürgermeister und Gemeinderat werden erst wieder 2032 gleichzeitig gewählt. „Jeder Partei bleibt jetzt ausreichend Zeit, Kandidaten zu suchen.“

Einen Vorteil sieht Niedermair in den vorgezogenen Neuwahlen dergestalt, dass der „alte“ Gemeinderat und die versierten stellvertretenden Bürgermeister, Helmut Ecker und Josef Fischer, seinen Amtsnachfolger „an die Hand nehmen“ können. „Ich biete dem neuen Bürgermeister natürlich auch meine Unterstützung in der Einarbeitungszeit an.“

Viele Projekte forciert

„Wir, der Gemeinderat, Verwaltung und ich, haben in dreieinhalb Jahren viele Projekte umgesetzt oder angestoßen. Der neue Bürgermeister muss sie nur noch zum Abschluss bringen.“ Tatsächlich hat Niedermair in kurzer Zeit sehr viele Projekte energisch forciert, dirigiert und wichtige Weichen gestellt: Dazu gehören die FS12-Sanierung samt Gehwegeausbau (Abschluss April 2024). Ferner der Bau des Goldacher Feuerwehrhauses, das April 2026 stehen soll. Das kommunalen Wohnungsbauprojekt findet 2025 seinen Abschluss.

Außerdem auf der langen Liste: Die Planungen für die Weiterführung der Predazzoallee, Schulumbau, das Naturbad, wo heuer noch der Erdaushub beginnt, Friedhofsumbau, das neue FMG-Wohnviertel, mehrere Solarparks, die Surftown MUC und der Ausbau des Wirtschaftsstandort zum Biotech-Campus. Die Entwicklung eines neuen Gewerbeparks mit 35 Hektar ist außerdem in der „Pipeline“. Die Pläne dafür sollen in der Bürgerversammlung vorgestellt werden.

„Die Gemeinde ist super aufgestellt. Mein Nachfolger wird es nicht schwer haben“, ist der Bürgermeister überzeugt.

 

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