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Josef Niedermair (CSU) ist neuer Bürgermeister

89,26 Prozent der Stimmen – Wahlbeteiligung bei 35,28 Prozent

Josef Niedermair (2.v.r) ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Hallbergmoos. Erste Gratulanten waren seine Ehefrau Petra, Sohn Markus und Tochter Verena. © Oestereich

Es ist keine große Überraschung: Josef Niedermair (CSU) ist neuer Bürgermeister der Gemeinde. Um 19.23 Uhr konnte Wahlleiter Michael Kirmayer am vergangenen Sonntag (18. April) das vorläufige amtliche Wahlergebnis im Sitzungssaal des Rathauses verkünden: 89,26 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf den 63-Jährigen. Mit 35,28 Prozent lag die Wahlbeteiligung höher als man bei nur einem Kandidaten erwarten durfte.

Historische Wahl

So eindeutig die Wahl in Hallbergmoos ausfiel, so außergewöhnlich waren die Umstände: Weil es Pandemie-bedingt eine reine Briefwahl war. Und es nach dem überraschenden Tod von Amtsinhaber Harald Reents (CSU) im Dezember nur einen Kandidaten gab. Niedermair war auf Bitten aller Ratsfraktionen als „Konsenskandidat“ angetreten. Reents (unterlegene) Herausforderer von 2020, Thomas Henning (FW) und Sabina Brosch (Grüne) hatte aus beruflichen Gründen von einer neuerlichen Kandidatur und einem Wahlkampf Abstand genommen. Letztlich auch, weil man Niedermair als geradlinigen Menschen, und Kommunalpolitiker mit 36 Jahren Erfahrung (davon 12 Jahre Vize-Bürgermeister und 18 Jahre Kreisrat) kennt – und es ihm zutraut, die Gemeinde in einer solch schwierigen Zeit zu führen.

Erhöhter Blutdruck

Auch wenn Niedermair sich am vergangenen Sonntag sicher sein konnte, dass er – auch ohne die ihm von den anderen Fraktionen zugesicherte Wahlkampf-Unterstützung – zum neuen Bürgermeister gewählt wird, hatte sich bei ihm am Wahlsonntag (18. April) dann doch Nervosität eingeschlichen: „Ich bin seit um 5 Uhr morgens wach“, gestand er. Der Blutdruck: Erhöht. „Höher als jemals bei einem wichtigen Wettkampf beim Ringen oder Kegeln.“
Sechs Mal stand Niedermair als Gemeinderat bereits zur Wahl, die siebte nun – die Bürgermeister-Wahl am 18. April – war, wie er bekannte, seine sicherlich wichtigste als „Lebensentscheidung“.

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Entschlossener Blick nach vorne

Als das Ergebnis am Abend feststand, erlebte man einen entschlossenen neuen Bürgermeister: „Ich weiß, was ich jetzt zu tun habe“, so Niedermair. 30 Prozent hatte er sich insgeheim als Mindestwahlbeteiligung gewünscht, die hat er übertroffen: „Das gibt mir Rückendeckung und Zuversicht.“ Leicht werde es freilich nicht.

36 Jahre ist er in der Kommunalpolitik. Nach einem Jahr im politischen (Vor-) Ruhestand beginnt nun eine neue Zeitrechnung: Als Bürgermeister der 11.000 Einwohnergemeinde. Mit Blick auf den Gemeinderat sagte er: „Es gibt keine Barrieren. Ich gehe davon aus, dass wir die gute demokratische Arbeit fortsetzen.“ Freilich sei ihm bewusst, dass schwierige Themen auf der Tagesordnung stehen: „Aber da müssen halt alle Argumente auf den Tisch. Ich gehe davon aus, dass nicht nach Gruppierungen, sondern nach Sachlage abgestimmt wird.“

Am liebsten würde Niedermair lieber heute als morgen die Arbeit aufnehmen. Aber ein wenig muss er sich noch gedulden: Am Donnerstag, 22. April, kommt der Wahlausschuss zusammen, um das Wahlergebnis offiziell zu bestätigen und dem Landratsamt zu melden. Am Montag, 26. April, kann der neue Rathauschef dann die Arbeit aufnehmen. Seine förmliche Vereidigung findet am Dienstag, 4. Mai, im Gemeinderat statt.

Stimmen zur Wahl

Helmut Ecker (2. Bürgermeister, Einigkeit):

89 Prozent ist ein sehr gutes Ergebnis. Ich persönlich bin froh, dass ich nun wieder einen Schritt zurücktreten kann. In den zurückliegenden vier Monaten als Rathauschef habe ich mehr Verständnis für die Arbeit der Verwaltung entwickelt.

Josef Fischer (FW, 3. Bürgermeister):
Ich bin sehr zufrieden wie‘s gelaufen ist und dass wir keinen Wahlkampf hatten. Das Wahlergebnis ist vollkommen in Ordnung. Ich kenne Sepp schon seit 12 Jahren, in denen wir als Bürgermeister-Dreigestirn immer gut zusammengearbeitet haben. Das Wichtigste für die Gemeinde ist, dass wir jetzt sofort weitermachen können und keinen Stillstand haben. Das bringt allen Bürgerinnen und Bürgern etwas.

Tanja Knieler (CSU-Orstvorsitzende)
Es ist ein tolles Ergebnis für Sepp und beachtlich, dass er trotz Corona so viele Menschen mobilisieren hat können. Und das, obwohl er der einzige Kandidat war. Knapp 90 Prozent: Das spricht für ihn – und gibt ihm hoffentlich den nötigen Rückenwind für die kommende Zeit. Als CSU stehen wir natürlich hinter ihm und geben ihm flankierende Rückendeckung.

Sabina Brosch (Grünen-Fraktionssprecherin)
Wir schauen positiv in die Zukunft und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit einem Bürgermeister, der gewillt ist, neutral an die Dinge heranzugehen. Wir gratulieren Sepp Niedermair zu diesem Ergebnis.

Christiane Oldenburg-Balden (SPD)
Ich bin froh, dass ein so großer Teil der Bevölkerung zur Wahl gegangen ist. Dass zeigt, dass Sepp Rückhalt in der Bevölkerung hat. Meiner Meinung nach zeigt es auch, dass die Zugezogenen für ihn gestimmt haben. Er wird, davon bin ich überzeugt, ein Bürgermeister für alle sein. Das hat er schon in den Sondierungsgesprächen zum Ausdruck gebracht. Wir freuen uns für ihn.

Vorläufiges amtliches Endergebnis:
Stimmberechtigte: 8217
Abgegebene Stimmen: 2899
Wahlbeteiligung: 35,28 %
Auf Josef Niedermair entfielen: 2534 Stimmen – 89,26 %
Sonstige: 305 Stimmen – 10,74 %
Ungültige Stimmen: 60 – 2,07 %

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