Tennishalle: Gemeinde erhöht Bürgschaftszusage

VfB braucht Geld zur Zwischenfinanzierung der Mehrwertssteuer

Der Bau einer Tennishalle steht bei VfB seit 2021 auf der Agenda. Die Pläne sind weitestgehend ausgereift, allerdings steigen auch die kalkulierten Kosten. Trotz der deutlichen Warnungen der Kämmerei erhöhte der Gemeinderat nun die Bürgschaftszusage der Kommune.

Für den Neubau der 3-fach Halle mit Sandbelag sind aktuell Kosten von 2,75 Mio. € veranschlagt. Die Kommune gewährt einen Investitionskostenzuschuss von maximal 825.000 Euro, ein langfristiges Darlehen von 950.000 € und einen kurzfristigen Kredit über 500.000 €. Der BLSV bezuschusst das Vorhaben mit 500.000 Euro. Den Rest zahlt der Verein aus eigener Kasse.

Zur Absicherung des Bankkredits muss der VfB eine Bürgschaftserklärung der Kommune vorlegen: der Rat hat zur Zwischenfinanzierung der Mehrwertsteuer eine Ausfallbürgerschaft für 500.000 Euro zugesagt, muss diese aber wegen gestiegener Baukosten nun auf 876.000 Euro erhöhen. Grund: Der Verein muss die Mehrwertsteuer aus den Rechnungen der Baufirmen vorfinanzieren, erhält den Betrag aber über die Umsatzsteuervoranmeldung wieder zurück.

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Kämmerer warnt vor finanziellem Risiko

Eine deutliche Warnung kommt aus der Kämmerei: „Das gesamte finanzielle Risiko des Projekts trägt die Gemeinde. Die Kämmerei lehnt daher die Gewährung des Zuschusses, der Darlehen und der Ausfallbürgschaft für die freiwillige Aufgabe ‚Tennishalle‘ ab. Die Gemeinde steht durch den Weggang des wichtigsten Gewerbesteuerzahlers vor großen Herausforderungen und muss weitere Pflichtaufgaben erfüllen“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme von Thomas Grüning. Überdies sei der Verein von laufenden Zuschüssen der Gemeinde abhängig. Auch Wolfgang Reiland (Einigkeit), Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, fand deutliche Worte: „Jetzt ist es so, als würde die Gemeinde die Tennishalle selbst bauen. Das wirtschaftliche Risiko ist zu hoch. Es ist alles viel zu sehr auf Kante genäht.“

Die Ratsmehrheit befürwortet indes eine Unterstützung. „Die BLSV-Kredit würde die Gemeinde nicht bekommen“, führte Bürgermeister Josef Niedermair (CSU) als Argument an. „Wir sollten den eingeschlagenen Weg mitgehen, sonst wird’s zum Sankt-Nimmerleinsprojekt. Im Übrigen würde die Gemeinde mit Sicherheit teurer bauen“, unterstrich Stefan Kronner (SPD). Der Gemeinderat stimmte mit großer Mehrheit für die Hilfen, gegen die Stimmen von Reiland und Helmut Ecker (beide Einigkeit).

Landratsamt hat das letzte Wort

Damit ist das letzte Wort aber längst nicht gesprochen: Die Rechtsaufsicht im Landratsamt Freising muss die gemeindlichen Hilfen für den Verein erst noch genehmigen. Lehnt die Behörde dies ab, dürfte das Projekt in der geplanten Form nicht realisierbar sein.

Politik

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