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Weiter im Krisenmodus

Corona und Ukraine-Krieg halten Nachbarschaftshilfe und Tafel in Atem

Das NBH-Vorstandsteam macht weiter (v.l.) Marlies Junghans (Beisitzerin), Doreen Köhler (2. Vorsitzende), Martina Wilkowski (1. Vors.), Jutta Hebbeler (Kasse) und Marianne Christiansen (Beisitzerin). Nicht auf dem Foto: Tanja Voges (Beisitzerin, Tafel-Leiterin). © Eva Oestereich

Die Nachbarschaftshilfe: Sie ist aus dem sozialen Netz in Hallbergmoos nicht wegzudenken. Und, so Bürgermeister Josef Niedermair, „ein Paradebeispiel für Menschlichkeit.“ Auch die Organisation und ihre elf Abteilungen arbeiteten über lange Zeit im Krisenmodus – und tun es immer noch.

Weil seit 2019 keine Versammlung möglich war, zog die Vorsitzende Martina Wilkowski nun eine 3-Jahres-Bilanz, die von Corona dominiert wurde: „Es war alles wie in Watte gepackt. So still. So leise“, sagte sie rückblickend. In nur acht von 24 Monaten war eingeschränkter Betrieb und das möglich, was die NBH laut Wilkowski ausmacht: „Begegnungen, Zwischenmenschliches und Austausch.“ Von den Einschränkungen besonders betroffen waren die offenen Angebote und die Kinderbetreuung im Zwergerlstüberl. Das heißt auch: Neun Monate gingen keine Elternbeiträge ein, während man das Personal weiterbezahlt hat. Man war, so die NBH-Leiterin, froh um die vorhandenen Rücklagen. „Und die riesengroße Spendenbereitschaft der Menschen.“ Und letztlich auch dem Umstand, dass die Kommune die Zuschüsse aufgestockt hat – von 30 auf 50 Cent pro Einwohner. Gegen eine Anhebung der jährlichen Mitgliedsbeiträge von 20 auf 25 Euro gab’s keine Einwände.

Schwierig gestalteten sich auch die Einzelfall- und Asylhilfen – auch weil, wie Wilkowski kritisierte, „das Landratsamt selten erreichbar war und immer noch ist.“ Viel Aufwand hat man betrieben, um den Tafel-Betrieb für Bedürftige aufrecht zu erhalten.

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Der Krisenmodus lässt sich auch in der Statistik ablesen: Die Mitgliederzahl blieb konstant (238). Die Stunden der aktuell 110 Ehrenamtlichen sanken von rund 10.000 auf gut 8200. Hinzu kommen geringfügig Beschäftigte in Verwaltung und Geschäftsführung (2021: 3000 Stunden).

Von Ukraine-Krise überrollt

Nun, da man hoffte, wieder allmählich zur Normalität zurückkehren zu können, werden NBH und Tafel „von der nächsten Krise, dem Krieg in der Ukraine überrollt“, so Wilkowski. Die Ehrenamtlichen stehen parat, man hat entsprechende Hilfen bereits organisiert. Stolz ist Wilkowski auf die Flüchtlinge von 2015, die gut integriert sind – und nun selbst Hilfe anbieten. So habe eine syrische Familie gerade eine geflüchtete ukrainische Familie aufgenommen.

An die Politik richtete die NBH-Leiterin den dringenden Appell, kreative und schnelle Lösungen zu schaffen. „Wir kommen an unsere Grenzen. Die Tafeln sind keine Grundversorger, sondern ein Ergänzungsangebot.“ Inflation und Preissteigerungen spürt man bereits. „Wir erhalten weniger Lebensmittelspenden aus den Geschäften“, berichtete Wilkowski.

Bei den Neuwahlen sprachen die 15 erschienen Mitglieder Martina Wilkowski (Vorsitzende), Doreen Köhler (Stellvertreterin), Jutta Hebbeler (Kasse), Marlies Junghans, Tanja Voges und Marianne Christiansen (alle Beisitzer) uneingeschränkt das Vertrauen aus – und Bürgermeister Josef Niedermair seine Hochachtung „für den sozialsten und wichtigsten Verein des Orts“. Die Arbeit der Ehrenamtlichen entspräche in etwa der Jahresleistung von vier Fachkräften. Sein besonderer Dank galt Martina Wilkowski, „dem Motor“ der Organisation. Die wiederum dankte ihrem Team und den vielen Helfern: „Sie sind das Benzin. Ohne sie würde nichts laufen.“                            (eoe)

 

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