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Kräftig angeschoben

40 Jahre Stockschießen beim VfB Hallbergmoos

Aushängeschilder: Roswitha Frühbeis, Angelika Neumair, Rita Bösl, Hildegard Holzmann und Franziska Dücker schießen auf Asphalt und Eis in der 1. Bundesliga. Foto: VfB

Auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 13. Januar 1981, schlug die Geburtsstunde der VfB-Stockschützenabteilung: Auf Initiative des damaligen Vereinsvorsitzenden Anton Westermeier trafen sich 20 Männer und Erna Wagner im Vereinsheim, um die neue Abteilung ins Leben zu rufen.

Aufbruchstimmung im ganzen Landkreis Freising

Es herrschte gute Laune und Aufbruchsstimmung. Im ganzen Landkreis entstanden Stockschützenbahnen. Auch in Hallbergmoos wollte man durchstarten. Es gab schon zwei Asphaltbahnen im Freien, die 1980 am einstigen Sportgelände am Enghofer Weg in Eigeninitiative gebaut worden waren.

Als Trainer und Berater holte man sich aus Freising Ernst Maurer an die Seite. Er unterstützte die ersten Schritte. Im Oktober 1981 konnte man schon vier Herren- und zwei Damenteams beim Eisstockschützenkreis 303 (Freising-Erding) anmelden. Zum ersten eigenen (Straßen-) Turnier, das heute noch jährlich stattfindet, lud man 1981 ein.

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Zwei neue Bahnen und ein Stockschützen-Haus

In den Folgejahren wurde kräftig in die Hände gespuckt: Die Abteilung baute 1982 ein Stockschützenhäusl – und 1983 die dritte und vierte Asphaltbahn. Im selben Jahr wurde auch zum ersten Mal ein Jedermann-Turnier um den Bürgermeister-Pointner-Pokal ausgetragen, das auch heute noch als Bürgermeister-Pokal am 3. Oktober stattfindet.

Von Anfang an war man sehr gesellig: Auch wenn ein Teil des Häuschens von den Fußballern zur Unterbringung ihrer Sportgeräte benutzt wurde, so entwickelte sich das Stockschützenhäuschen zum beliebten Treffpunkt. Ohne fließend Wasser und Einbauküche bewirtete die Abteilung, allen voran Erna Wagner und Maria Westermeier, die Sportler und Turniergäste. Eine Tradition, die immer noch bei den VfB‘lern hochgehalten wird.

Halle im Sportpark eröffnet neue Möglichkeiten


Anfangs lud der VfB auch zu Sommerturnieren ein. Nach dem Umzug der Stockschützen in die neue Halle im Sportpark (2007) wurden daraus ein Frühjahrsturnier. Die Halle: Ein idealer Austragungsort für Mixed-, Duo-, AH-Turnier, aber für hochklassige Wettkämpfe. Gerne buchen sich auch der Verband und „Auswärtige“ dort ein.

Dank der schönen Küche und vieler Küchenhelferinnen ist die Theke ein beliebter Ort der Kommunikation und des Austausches. Gern genutzt wurde sie bis zum Lockdown auch von älteren Stockschützen, die seit 2010 immer Donnerstagsnachmittag beim Seniorentreff – von Erna und Herbert Wagner initiiert – gemeinsam Sport treiben. Sogar aus den angrenzenden Landkreisen kommen rüstige Rentner.

In der Bundesliga angekommen


Bei den Stockschützen stellten sich auch beachtliche sportliche Erfolge ein: Die Damen stiegen 2012 in die 1. Bundesliga auf Asphalt auf, dann war eine Weile Pause ehe Sommer 2019 der Wiederaufstieg gelang. Im Januar 2020 gelang – quasi die Krönung – der Aufstieg in die 1. Bundesliga auf Eis.

Dabei muss man nicht als Spitzensportler geboren sein, wie das Beispiel von Mannschaftsführerin Hildegard Holzmann zeigt. Sie war in den neunziger Jahren für die Katholische Frauengemeinschaft zum Bürgermeister-Pokal angetreten – und ist hängen geblieben: 1994 meldete sie sich beim Verein an – und geht seither dem Sport mit großer Leidenschaft nach.

„Es macht einfach viel Spaß“, schwärmt Hildegard Holzmann. „Die Kombination aus Geselligkeit, Kameradschaft und Sport macht es aus.“ Zwar habe man auch einige sportliche Rückschläge hinnehmen müssen, aber seit 2012 auch Franziska Dücker – Europameisterin 2017 – mit dabei sei, läuft es.

Auch die Damen II, in der junggebliebene Seniorenrinnen um die 80 Jahre spielen, braucht sich nicht zu verstecken. Die VfB-Männer ziehen langsam nach, seit Christian Obermeier sportlicher Leiter ist.

Sehnsucht nach der Rückkehr auf die Bahnen


Derzeit hat die Abteilung 55 Mitglieder – und sie alle sehnen sich danach ihrem Sport wieder nach gehen zu können. Abteilungsleiter Dietmar Andrä: „Unsere gute Seele im Verein Sepp Schäffer kümmert sich mehrmals in der Woche um die Halle, so dass wenn der Sport wieder erlaubt ist, man sofort und direkt wieder mit den entsprechenden Hygienevorschriften mit dem Training starten kann. Und wenn dann alles wieder normal läuft, nimmt man die 40-Jahr-Feier noch in Angriff.“

Offiziell ist der Stockschützen-Sport erst einmal bis 1. April eingefroren. Hildegard Holzmann hofft, dass der zweite Lock-Down nicht den Todesstoß für kleinere Vereine bedeutet. Einige würden ums Überleben kämpfen.

 

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