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Erschwinglicher Wohnraum für alle

Wohnungsbaugenossenschaft als Modell der Zukunft

Gut und dauerhaft günstig wohnen: Das wünscht sich sicherlich jeder. Doch erschwinglicher Wohnraum ist knapp und teuer. Auch wenn in Hallbergmoos gerade etliche neue Wohnbaugebiete ausgewiesen werden. Die Zeit wäre also günstig, ein Modell für genossenschaftliches Wohnen anzustoßen.

Wie‘s funktioniert, könnte man sich in der Nachbarschaft abschauen: In Garching hat Stadtrat Bastian Dombret (FDP) gerade eine Wohnungsbaugesellschaft gegründet – und nun bei einem Vortrag aufgezeigt, wie man am besten vorgeht.

Knapp 30 Interessierte waren trotz hochsommerlicher Temperaturen in den Alten Wirt gekommen, um aus erster Hand zu hören, wie’s man am besten vorgeht. Zum Informationsabend eingeladen hatten die Ortsverbände von Grünen und SPD. Sabina Brosch, Gemeinderätin der Grünen, schickte voraus, dass es „keine grüne Genossenschaft“ wolle, sondern ein überparteiliches Projekt anstoßen wolle. Orientieren kann man sich in Garching, wo FDP-Stadtrat Bastian Dombret gerade mit 50 Ortsansässige die Wohnbaugenossenschaft „Gemeinsam in Garching“ gründet.

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Lernen am Beispiel Garchings

Auch der Referent unterstrich wie wichtig es sei, parteipolitisches Denken herauszuhalten. Zumal ja auch die Kommune, wenn sie Baugrund zur Verfügung stellt, beteiligt sei. In Garching will man ein Gebäude mit 50 bis 60 Wohnungen bauen. Etwa 50 Genossenschaftsmitglieder können damit rechnen, zum Zug zu kommen. Rund 500 stehen auf der Warteliste.

Freilich ist die Einrichtung einer Genossenschaft nicht ganz ohne: Es ist ein kompliziertes Gefüge, das an strenge juristische Vorgaben geknüpft ist. Genossenschaftsrecht, eine Prüfungspflicht durch Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsrat, Vorstand und Businessplan gilt es einzuhalten. Und das, so Dombret, „aus gutem Grund“: Etwa 0,4 Prozent der privaten Genossenschaften laufen in die Insolvenz.

Gesichertes Wohnrecht, stabile Preise

Eine Genossenschaft arbeitet nicht gewinnorientiert. Ihr Ziel ist es, das Wohl ihrer Mitglieder zu fördern. In einer Genossenschaft wohnende Mitglieder haben daher ein gesichertes Wohnrecht. Sie zahlen für die Nutzung ihrer Wohnung nur die Kosten, die der Genossenschaft tatsächlich entstehen. Das hält die Wohnkosten dauerhaft niedrig und schützt vor Mietsteigerungen. Im Vergleich zum Erwerb von Eigentum ist deutlich weniger Eigenkapital nötig, um eine Genossenschaftswohnung beziehen zu können. Bei Auszug wird eingebrachtes Kapital vollständig zurückgezahlt.

Anders als bei Aktiengesellschaft, hat jedes Genossenschaftsmitglied nur eine Stimme. Um Mitglied zu werden, muss man in der Regel einen Geschäftsanteil erwerben. Auch Kommunen können eine Mitgliedschaft erwerben. Das sei dann interessant, so Dombret, wenn die Kommune sozialen Wohnungsbau betreiben wolle. Und da gibt es ja in Hallbergmoos bereits Ansätze – etwa in der Predazzoallee und im Tassiloweg (Mehrgenerationenwohnen).

In Garching kostet das Wohnhaus in etwa zehn Millionen Euro. Die Investition ist kreditfinanziert, Schuldner ist die Genossenschaft. Das Eigenkapital bringen die Mitglieder in Form ihrer Geschäftsanteile ein. Dafür gewährt, wie es hieß, die Kreditanstalt für Wiederaufbau eigens Darlehen.

Wer drin wohn, zahlt statt Miete ein „Nutzungsentgelt“ – abhängig von der Größe der Wohnung. In Garching kostet der Quadratmeter 12,50 Euro. Das klingt zwar nach gar nicht mal so wenig, räumte Dombret ein. Aber man wohne schließlich in einem Neubau und müsse nicht mit Mietsteigerungen rechnen. Und Genossenschaftler, die erst nach Jahren einziehen, profitieren vom schon geleisteten Schuldendienst. Ihre Nutzungsentgelt fällt dann geringer aus. Die Geschäftsanteile erhält man nach dem Auszug zurück.

Und die Nachteile? Von Anwesenden danach gefragt, gab Dombret unumwunden zu: Gerade zu Beginn seien viele Diskussionen und Kompromissbereitschaft nötig. Und man müsse sich bewusst sein, dass man kein Eigentum erwerbe. „Sie werden in einer Genossenschaft nicht Ihren individuellen Wohntraum verwirklichen.“

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