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Der Grieche im Santorini

Wassilios Argiriadis - Wirt mit großer Leidenschaft

Seit 19 Jahren führt Wassilios Argiriadis das Lokal "Santorini" in Hallbergmoos - mit großer Leidenschaft. © Beate Bodenschatz

Isst man im Santorini in Hallbergmoos, fühlt man sich wie im Urlaub: Gutes Essen, guter Wein, Fotos an den Wänden – das Ambiente dort erinnert an das alles.

Der Wirt, Wassilios Argiriadis, führt das griechische Lokal hier jetzt schon seit 19 Jahren. Mit Erfolg, denn die vielen Stammgäste schätzen das mediterrane Essen, das mit bestem Olivenöl und Kräutern zubereitet wird.

Wassilios kam 1984 aus der kleinen Stadt Serres nördlich von Thessaloniki nach Deutschland, genauer gesagt, nach Erlangen. Dort wohnten nämlich die Eltern Athanasia und Jannis, die als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren. Und Wassilios, wie auch sein Bruder, besuchten die Eltern, wann immer es möglich war.

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Kellnerjob während des Studiums

Nach dem Abschluss im Gymnasium in Griechenland und der griechischen Militärausbildung studierte Wassilios zwei Jahre Architektur. Das Entwerfen, Gestalten und Konstruieren von Bauwerken hatten es ihm angetan.

Bei einem längeren Besuch in Erlangen, jobbte er dann in einem griechischen Restaurant, um sich ein wenig Geld zu verdienen. Plötzlich reifte immer mehr der Wunsch, ganz nach Deutschland zu kommen und hier weiter zu studieren. Um die deutsche Sprache besser zu beherrschen, büffelte er ein Jahr lang deutsch – mit Erfolg.  Er wurde zugelassen und konnte an sein griechisches Studium anknüpfen. Nach wie vor war Architektur das Ziel!

Doch dann kam alles ganz anders: Der Job im Restaurant und der Kontakt mit den Gästen machte ihm Spaß und so reifte der Entschluss, ein eigenes Lokal zu eröffnen. Doch zunächst sammelte er als Geschäftsführer eines Restaurants in Ingolstadt Erfahrung.  Nur zwei Jahre später zog er nach Freising, um dort über dem Elektromarkt ‚Saturn‘ das Lokal Poseidon mit 250 Plätzen zu eröffnen. Dieses Lokal war sehr beliebt, deshalb folgte gleich noch ein weiteres in Freising, das Messogios. Und weil alle Tavernen so erfolgreich liefen, wurden noch weitere Lokale in Wasserburg und Landshut eingeweiht.  Griechische Lokale waren in den 90‘er Jahren mehr als gefragt und Wassilios war in seinem Element. Während dieser Zeit lernte er auch seine Ehefrau Areti kennen und lieben, die auch aus Griechenland stammt und damals in einem Großhandelsgeschäft für Lebensmittel in München arbeitete.

„Ich orderte dort immer frisches Gemüse für meine Lokale. Und eines Tages kam sie selbst zur Auslieferung nach Freising, weil drei Kisten Zucchini vergessen worden waren“, erinnert er sich. Schnell verliebten sich die beiden, heirateten 2002 mit einem großen Fest in Griechenland.  Die Kinder Athanasia, Dimitra und Jannis wurden geboren.

Frische Speisen und offene Weine

Heute führt Wassilios nur noch das Restaurant Santorini, das er kurz nach seiner Hochzeit in Hallbergmoos eröffnete. Hier gibt es 90 Plätze, zwei große Außenterrassen und für Familienfeiern kann man auch das Nebenzimmer mit 30 weiteren Plätzen nutzen. Neun Angestellte in Küche und Service arbeiten hier und bedienen nicht nur viele Stammgäste, sondern auch solche, die auf der Durchreise sind. Alle schätzen den Service und das mediterran zubereitete Essen: wie zum Beispiel, Octopus, Baby-Kalamari, verschiedene Fischsorten, aber auch Lammkoteletts, Schweinefilets oder Moussaka und Souvlaki, gefüllte Hackfleischbällchen mit Schafskäse neben dem nach wie vor beliebten Gyros mit Zatziki. Und man legt großen Wert auf eine Anzahl offener Weine, die zur griechischen Küche passen.

„Die Corona-Pandemie hat natürlich auch bei uns einiges verändert. Wir haben aber die Zeit der Schließung genutzt und renoviert. Ab jetzt ist wieder geöffnet mit allen Hygiene-Vorschriften – zunächst nur abends und an den Wochenenden. Den normalen Mittagstisch bieten wir noch nicht an. Viele unsere Gäste sind nämlich noch im Homeoffice.“

Wassilios, der jetzt seit 37 Jahren in Deutschland lebt, ist dankbar für die Unterstützung seiner Gäste, die ihm die Treue halten. Viele Freunde und Bekannte, aber auch das Personal, stehen dem Chef immer zur Seite – das macht ihn stolz.

Wie auch die drei Kinder, die dem Vater auch immer mal wieder im Lokal aushelfen, obwohl sie andere Berufe anstreben. „Meine Kinder sollen frei entscheiden, was sie mal werden wollen, wo und wie sie leben möchten. Sie sollen Freude bei allem was sie machen haben – das ist das Wichtigste. Das ist bei mir immer so gewesen. Ohne Freude gelingt nichts im Beruf.“

Wie sagte schon der griechische Philosoph Demokrit: „Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus“.

Beate Bodenschatz

Gesellschaft, Leute

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