Am vierten Advent laden Mike Hora und Christian Straub zu einem außergewöhnlichen Ereignis in den Goldachpark ein. Was die beiden Männer da auf die Beine stellen, ist im Landkreis wohl einmalig: eine Weihnachtsveranstaltung, die komplett privat organisiert wird – ohne Vereine, ohne Spendenaufrufe, ohne kommerzielle Interessen.
DER HALLBERGER: Herr Hora, Herr Straub, wie kommt man auf eine solche Idee?
Mike Hora: Die Idee schwirrt uns eigentlich schon seit drei Jahren im Kopf herum. Viele Leute haben immer wieder gesagt: Warum findet der Christkindlmarkt nicht mal im Goldachpark statt? Das wäre doch eine viel schönere Atmosphäre. Daraus ist dann die Überlegung entstanden, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Dieses Jahr im Juli – bei 35 Grad – haben wir dann ernsthaft angefangen zu planen.
Warum gerade der 21. Dezember?
Christian Straub: Das ist bewusst gewählt. Davor sind die Leute vollgepackt mit Terminen und Weihnachtsfeiern. Am vierten Advent sind die meisten Feiern vorbei, die Leute kommen langsam zur Ruhe. Es ist ein Sonntag – man kann nach dem Essen einfach gemütlich spazieren gehen, ein bisschen Musik hören, einen Glühwein trinken. Ganz entspannt
Was erwartet die Besucher?
Hora: Wir haben die Happy Bavarians aus Sauerlach engagiert – eine Bläsergruppe, die auch Alphörner dabeihat. Der Musiker hat gleich gesagt, nur Alphörner wäre zu eintönig. Also machen wir es abwechselnd mit Blechbläsern. Dazu kommen das Hallberger Brettl und die Moosbühne, die kleine Weihnachtsstückl spielen – das ist besonders für die Kinder schön.
Das klingt nach großem Aufwand. Wie finanzieren Sie das?
Straub: Rein privat. Das ist uns ganz wichtig: keine Spenden, keine Vereine, keine Werbung. Jeder bringt seine Tasse mit, wir schenken Glühwein – rot und weiß – und Kinderpunsch aus. Alles gratis. Wenn jemand Plätzchen mitbringen möchte, gerne. Aber es wird nichts verkauft.
Hora: Wir haben im Bekanntenkreis eine Liste ausgelegt – wer sich beteiligen möchte, kann das tun. Die Liste liegt in Café SnaBaTe auf. Aber das ist komplett freiwillig. Die Musikerkosten und den Glühwein organisieren wir. Wenn was über die Liste zusammenkommt, ist schön. Wenn nicht, geht es auf uns.
Was treibt Sie an?
Straub: Wir wollen einfach etwas Schönes für die Gemeinschaft machen. Ohne dass jemand hinterher sagt, der oder die hat sich bereichert. Es gibt keine Einwegbecher – jeder bringt seine Tasse mit. Das ist Nachhaltigkeit. Es soll einfach ein schöner Sonntagnachmittag werden.
Das ist ungewöhnlich.
Hora: Wir glauben, dass es so etwas landkreisweit noch nicht gegeben hat. Eine reine Privatveranstaltung in dieser Form: Das dürfte tatsächlich einmalig sein.
Wie sind die Reaktionen bisher?
Hora: Sehr positiv. Egal wen wir angesprochen haben – alle waren sofort dabei. Die einen wollen Glühwein, die anderen Plätzchen mitbringen. Wieder andere helfen beim Aufbau. Das zeigt, dass die Idee gut ankommt.
Wird daraus eine Tradition?
Hora: Mal schauen. Erst mal wollen wir diese Premiere erfolgreich über die Bühne bringen. Vielleicht machen wir es alle zwei Jahre, vielleicht öfter – je nachdem, wie es reinpasst. Aber jetzt konzentrieren wir uns auf den 21. Dezember.
Straub: Und hoffen natürlich auf gutes Wetter. Wobei – ein bisschen Schnee wie vor zwei Jahren wäre schon schön für die Atmosphäre.
Was ist Ihre Botschaft an die Hallberger und Goldacher?
Straub: Kommt vorbei, bringt eure Tasse mit und genießt einen entspannten Nachmittag im Goldachpark.
Hora: Es geht um nichts anderes als ein paar schöne Stunden vor Weihnachten – von Bürgern für Bürger.
