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Vom Kramerladen zum Kramerwirt

Beliebtes Wirtshaus feiert 25-jähriges Jubiläum

Leni und Anton Ziegltrum führten bis 1996 den "Tante-Emma-Laden" an der Theresienstraße in Hallbergmoos.

Seit jetzt bereits 25 Jahren gibt es in Hallbergmoos das Wirtshaus ‚Zum Kramer‘. Die Wirte Jens Arpert und Christian Ziegltrum mit ihrem Team freuen sich sehr, die Gäste zum Jubiläum empfangen zu dürfen – zwar mit den bekannten 3G-Auflagen, aber so, wie sie es sich gewünscht haben: mit zünftiger Musik aus Osttirol und den passenden Schmankerln dazu.

„Ich kann es gar nicht glauben, dass wir schon vor 25 Jahren das Wirtshaus eröffnet haben. Nach der Schließung des Kramerladens meiner Eltern, habe ich mir ein Lokal gewünscht und deshalb haben wir den Namen ‚Zum Kramer‘ angepasst“, so Christian Ziegltrum.

Der Kramerladen von Anton und Leni Ziegltrum war jedem ein Begriff in Hallbergmoos. 45 Jahre wurden hier Lebensmittel, Getränke, Obst, Wurst, Käse, Zeitschriften, Spirituosen aber auch Kosmetik- und Waschutensilien gekauft. Kurzum, alles, was das Herz begehrt, konnte man hier finden. Das Ehepaar hatte den Laden vom Vater und Gründer Jakob Ziegltrum, der aus Franzheim stammte, übernommen. Er hat ihn mit seiner ersten und nach deren Tod mit der zweiten Ehefrau Maria geleitet hat.

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Sohn Anton mit Ehefrau Leni erweiterten den Laden nach der Übergabe und führten dann den ersten Selbstbedienungsladen im gesamten Landkreis ein. Ein absolutes Highlight zur damaligen Zeit!

Nach Zivildienst in die Küche

Die Söhne Johann und Christian hatten aber nicht vor, den Laden zu übernehmen – auch weil mittlerweile größere Lebensmittelketten mit ihren Supermärkten Einzug in Hallbergmoos gehalten hatten. Johann, der ältere, machte eine Lehre zum Elektriker und der jüngere Christian, wollte Speditionskaufmann werden. Doch Vater Anton wusste von den Ambitionen seines jüngsten Sohnes Christian, der gut mit Kunden umgehen konnte und damals schon kochte.

Und so plante der Vater dann zusammen mit Jens Arpert, der vorher als Wirt im VfB-Sportheim am Enghoferweg tätig war und danach im Isarpark ein Restaurant betrieb, zunächst die Eröffnung eines Pubs oder Bistros in den Räumlichkeiten des Kramerladens.  Dass es dann aber doch ein Lokal wurde, das freute nicht nur Arpert, der sich immer ein eigenes Lokal gewünscht hat, sondern auch Christian Ziegltrum. Nach Beendigung seines Zivildienstes stieg er sofort in der Küche mit ein, in der seine Unterstützung dringend nötig war. Er hat es bis heute nicht bereut.

Im April 1996 war dann der letzte Tag im Lebensmittelgeschäft und viele Hallberger nahmen Abschied von ihrem geliebten ‚Tante-Emma-Laden‘, in dem es nicht nur alles gab, sondern in dem man auch immer ein freundliches Wort für jeden Einzelnen hatte. Anton und Leni Ziegltrum waren mehr als beliebt bei ihren Kunden.

Nach der Entkernung des Ladens, wurde alles zu einem Lokal umgebaut mit großer Küche, Gastraum und Theke. Im November 1996 war die große Eröffnung – und das Gasthaus Zum Kramer wurde sofort von allen Einheimischen angenommen.

Christian Ziegltrum (links) und Jens Arpert führen das Wirtshaus "Zum Kramer" seit 25 Jahren. © Beate Bodenschatz

Einheimische Schmankerl und Home-Catering

„Mittlerweile zählen auch Gäste zur Stammkundschaft, die hier nur arbeiten oder durchfahren. Wir haben uns mit unserer regionalen bodenständigen Küche einen guten Namen gemacht. Bei uns gibt es alles vom Schnitzel und Cordonbleu bis zum Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat und Gegrilltem vom Schwein, Pute oder Rind. Und deshalb werden wir auch für Familienfeiern und größere Festivitäten angefragt“, so ….

Die Rechnung ist aufgegangen: Das Wirtshaus „Zum Kramer“ ist heute genauso gefragt, wie der Tante-Emma-Laden der Eltern. Das Lokal verfügt im Gastraum über 60 Plätze und weitere 50 Plätze im Biergarten. Und in diesem Winter gibt es zum ersten Mal einen festen Holzanbau, so dass der Gastraum auch in diesen Monaten noch erweitert werden kann.

Neben den Wirten helfen noch eine Bedienung, eine Schank- und eine Küchenhilfe mit. „Am Wochenende haben wir geschlossen! Meine Frau Eva, die hauptberuflich als Tagesmutter arbeitet, und meine drei Kinder sollen nicht zu kurz kommen. Das Leben besteht nicht nur aus dem Wirtshaus und der Arbeit“, so Christian Ziegltrum. Und Jens Arpert fügt hinzu: „Und ich habe noch ein liebgewonnenes Hobby. Ich habe mir eine kleine Schafherde zugelegt. Und die gilt es auch, zu hegen und zu pflegen.“

Und es gibt etwas, auf das die beiden auch besonders stolz sind:Jeden Donnerstagabend findet seit der Eröffnung ein Stammtisch statt, zu dem auch Vater Anton und der erst kürzlich verstorbene ‚Graf Hallberg‘ Martin Bäuerle gehörte.“ Der Stammtisch ist dort fest integriert – und man sucht auch aktuell nach Neuzugängen.

Was wünscht man sich nach so vielen erfolgreichen Jahren noch für sein Gasthaus? „Dass sich alles wieder normalisiert, dass unsere Gäste wieder Freude am Einkehren und Feiern bekommen. Wir tun alles dafür, sie auch mit Schmankerln und einem Home-Catering zu locken. Dafür bringen wir nach wie vor unseren vollen Einsatz!“, betont …

So gibt es am Wochenende das Angebot eines Grill- und Cateringservice, den man mieten kann und bei dem Fleisch und Fisch direkt zu Hause bei den Gästen zubereitet werden. Außerdem gibt es die festen Steckerlfisch-Tage am Aschermittwoch, Fischessen am Karfreitag und fest verankert im Kalender ist auch das sogenannte „Schöppsengungl“: Ein Schmorbraten vom Lamm, der als Osttiroler Traditionsgericht gilt. Wenn dieses Essen dann auch noch mit zünftiger Tiroler Musik zelebriert wird, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Wie sagte bereits Wilhelm Busch: Wer einen guten Braten macht, hat ein gutes Herz!

Beate Bodenschatz

Gesellschaft, Leute, Wirtschaft

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