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Vladimir Genin – eine Musiker-Perle

Komponist, Pianist und Lehrer mit tiefgreifendem Verständnis und Humor

Pianist, Komponist und Musik-Lehrer mit komödiantischer Ader: Vladimir Genin, der auch die erstKlassiK-Reihe ins Leben rief. © Sasha Gusov

Vladmir Genin, die meisten kennen ihn als Klavierlehrer an der Musikschule Hallbergmoos und als Initiator der Musikreihe „erstKlassik“, der bisher an keinem der Konzertabende versäumte, das Publikum persönlich zu begrüßen. Meist trägt er schwarz, hat einen leicht federnden Schritt und abgesehen vom Namen hört man es natürlich gleich: Der Mann ist Russe. Nach wenigen Sätzen ist aber auch erkennbar, das ist nicht nur ein Moderator, der mit lockeren Worten durch den Abend führt, sondern der Mann kennt sich aus, hat Leidenschaft, weiß zu begeistern.

Vladimir Genin hat eine tief gehende Ansicht von Kunst und Musik. „Das Wichtigste, nicht nur für das Klavierspiel, sondern auch für die ganze menschliche Existenz, ist die körperliche und geistige Freiheit“, so Genin.  Vladimir Genin hat eine Botschaft, die es ihm buchstäblich aus jeder Pore drückt.

Die Kunst wurde dem gebürtigen Moskauer in die Wiege gelegt: der Großvater Maler und Bühnenbildner, der Vater Schriftsteller und Musiker, die Mutter Musikpädagogin. Genin studierte am Tschaikowski Konservatorium, das er 1983 mit Auszeichnung abschloss, trat als Pianist, Komponist und Dirigent in internationalen Konzertsälen auf.

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Eine ganze Seite auf Wikipedia

Seine Kompositionen füllen eine ganze Wikipedia-Seite und wurden von Sinfonieorchestern, zahlreichen Kammerensembles und Chören in Europa, Russland und in den USA aufgeführt. Außerdem orchestriert er Filmpartituren für bedeutende deutsche Filmkomponisten, wie etwa zu dem ZDF-Zweiteiler „Die Pilgerin“ (2014) oder zu den Kinofilmen „Insoupçonnable“ (2010) sowie „Lippels Traum“ (2009).  Ein weiteres Highlight ist seine Originalfilmmusik zum „Der Brief des Kosmonauten“ (2001), wo Genins einfühlsame Musik die Geschichte kongenial begleitet.

Komödiantische Ader

Dass Genin auch eine komödiantische Ader hat zeigt er in der Thriller-Kammeroper „Das Knabenherz von Pyrmont“, wofür er die Musik komponierte und à la Alfred Hitchcock selbst zu sehen ist: als Statist, gebeugt über einen Rollator, das Bühnengeschehen beobachtend. Zuweilen ist die ein oder andere seiner Kompositionen auch in Hallbergmoos zu hören, wie etwa „GeBeeth“, gespielt von den Wiener-Kammersymphonikern oder das Violinkonzert Pieta, gespielt von weltberühmten Geiger Valeriy Sokolov und The Menuhin Academy Soloists aus der Schweiz.

Musiker der Zukunft

Genin ist jedoch auch Pädagoge: Als Initiator und künstlerischer Leiter des Projektes „Die Musiker-Zunft der Zukunft“ unterrichtet er begabte Kinder und Jugendliche in Klavier und Kammermusik, bereitet sie auf Wettbewerbe vor und ist Veranstalter einer gleichnamigen Konzertreihe. Seine Schüler treten als Preisträger in verschiedenen Wettbewerben in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz hervorgetreten, wurden erste Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend Musiziert“, und zahlreiche seiner Schüler studieren an verschiedenen Musikhochschulen Deutschlands.

Seit neun Jahren unterrichtet er an den Austrian Master Classes Jugendliche aus der ganzen Welt. Seine Tochter Maria Genina, eine der jüngsten Studentinnen am Salzburger Mozarteum, studierte danach an der Royal Academy of Music in London und macht jetzt ihren Meister der Musikwissenschaft in Weimar.

Stetiges Wachstum

Seine pädagogischen Prinzipien verwirklicht er erfolgreich seit dem Jahr 2003 als Leiter der vhs-Musikabteilung, damals mit sechs Dozenten und etwa 60 Schülern. Genin ist das stetige Wachstum der Schule gelungen auf ein heute 20-köpfiges Team von hoch qualifizierten Lehrern und über 250 Schülern.

Spielerischer Unterricht

„Als Komponist fällt es mir viel leichter, Musik zu verstehen und meinen Schüler zu erklären. Es gibt keine ‚technischen Schwierigkeiten‘, es gibt nur einen Mangel an Freiheit und an präziser ‚Ursachendiagnostik‘“, sagt Genin. Seine Schüler schätzen an ihm seinen lockeren und spielerischen Unterricht, „ich widme mich keinesfalls nur den hochbegabten Schülern, sondern freue mich über ambitionierte Anfänger wie Fortgeschrittene“, die er nach seiner eigens entwickelten Methodik unterrichtet und wird nie müde, stets die positiven Aspekte und Auswirkungen von Musik zu betonen: sie fördert Konzentration, Disziplin, Emotionalität, schafft Verbundenheit, unterstützt die feine Motorik…… und sei letztlich ein wunderschönes Hobby, das man ein ganzes Leben lang aktiv ausüben kann.

Kompetenz von unschätzbarem Wert

Seine Professionalität macht es ihm möglich, dass er völlig locker mit seinen Schülern arbeiten kann. „Im kommenden Unterrichts-Jahr ich freue mich schon auf ein paar neue Gesichter“, so Genin. „Einige Schüler ziehen zum Studieren um. Dadurch habe er noch einige Unterrichts-Plätze frei. „Vladimir ist eine Perle“, schwärmt Musikschulleiterin Gisela Bouton. „Seine Kompetenz ist von unschätzbarem Wert. Er ist ein Mensch, der seine Liebe zur Musik weiterträgt, nicht nur auf die Finger, sondern in die Herzen seiner Schüler.“

Sabina Brosch

Gesellschaft, Kultur, Leute

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