Das New Care Mobil, ein mobiles Tiny House für alters- und pflegegerechtes Wohnen, gastierte auf Initiative von Gesundheitsreferentin Tanja Knieler für einige Tage in der Gemeinde. Das Team des Gesundheitscampus Bad Kötzting der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) stellte dabei das smarte Minihaus vor. Bürgermeister Benjamin Henn eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Knieler und betonte die Bedeutung solcher Projekte für die Zukunft der Pflege.
Technik, die den Alltag erleichtert
Diplomkaufmann Michael Merk, Projektmanager Markus Hackl und Projektmitarbeiter Stefan Lindner führten die Gemeindevertreter durch das Tiny House, das als „Reallabor“ entwickelt wurde. Innen überzeugt es mit durchdachter Technik: ein höhenverstellbares Waschbecken, ein „Aufstehbett“, ein Deckenlifter, Haltegriffe, Sensoren in Bad und Küche sowie ein KI-gestütztes Alarmsystem, das bei Stürzen automatisch Angehörige informiert.
„Ziel ist es, Pflegebedürftigen mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen und Angehörige zu entlasten“, erklärte Merk beim Rundgang. Das Haus kann im eigenen Garten aufgestellt oder gemietet werden, wenn ein Umbau nicht möglich ist.
Bürokratie bremst innovative Lösungen
Beim Rundgang wurde deutlich, wie viel Technik heute schon verfügbar ist – und welche Hürden bleiben. „Wir sind weiter, als es die gesetzlichen Rahmenbedingungen zulassen“, so Hackl. Dass Investitionen in moderne Pflegehilfsmittel in Deutschland oft noch an Zuständigkeiten von Kranken- und Pflegekassen scheitern, ist aus Sicht der Projektverantwortlichen ein Hemmschuh.
Länder wie die Schweiz oder Dänemark seien hier deutlich weiter, ergänzte Lindner: „Dort nutzt man solche Module schon seit Jahren pragmatisch und erfolgreich.“ Dort mietet die Kommune mobile Pflegeeinheiten, wenn sie gebraucht werden – unbürokratisch und kosteneffizient. Ein Ansatz, für der Gemeindechef große Sympathien hegt.
Den demografischen Wandel „mitdenken“
„Auch in einer jungen Kommune wie Hallbergmoos müssen wir den demografischen Wandel mitdenken,“ so Henn. „Angebote, die Selbstbestimmung im Alter fördern, sind dafür ein wichtiger Baustein. Wenn wir in Zukunft eine neues Baugebiet entwickeln, sollten wir diese Option im Hinterkopf haben.“ Gesundheitsreferentin Knieler sieht darin ein Beispiel, wie Technik die Selbstbestimmung älterer Menschen unterstützen kann: „Pflege ist keine Frage des Alters, sie betrifft uns alle irgendwann. Mit solchen Projekten zeigen wir, dass Technik und Menschlichkeit zusammengehören.“
