Ping! Lachen aus der Mikrowelle

Wie eine kleine Bühne Hallbergmoos zum Comedy-Treffpunkt macht

Andrea Karten, Saki El-Gogo, Afra Pralinski, Vitus Ehrenthaler, Thomas Grünwald, Andresa Schnitzel, Noah Wehe (stehend v.l.) sowie Ted Ehmerich, Markus Beck und Ante Brekalo "performten" beim Format "Comedy aus der Mikrowelle" im Landgasthof Alter Wirt in Goldach. © Sarah Felsl

Als erste Lacher im Saal des Gasthauses Alter Wirt zu hören sind, ist schnell klar: Hallbergmoos hat Lust auf Comedy. Rund 100 Besucherinnen und Besucher füllten den Raum und machten die zweite Ausgabe der Stand-up-Show Comedy aus der Mikrowelle zu einem Erfolg.

Das Format, das erst im Dezember 2025 gestartet ist, hat sich in kürzester Zeit einen festen Platz im lokalen Kulturleben erobert – einige Gäste waren sogar schon zum zweiten Mal dabei. Organisiert wurde der Abend von Markus Beck, der mit dem Format gezielt Nachwuchs-Comedians eine Bühne bieten will. Der Eintritt? Kostenlos. Bezahlt wird auf Spendenbasis. Reservieren kann man die Tickets vorab online, was sich angesichts des Andrangs empfiehlt.

Eine Bühne für neue Talente

Das Konzept: Acht bis Neun Newcomer-Comedians bekommen jeweils ca. sieben Minuten Zeit, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Auf der Bühne standen an diesem Abend Thomas Grünwald, Saki El-Gogo, Andrea Karten, Ante Brekalo, Ted Ehmerich, Noah Wehe, Afra Pralinski, Andi Schnitzl und Vitus Ehrenthaler. Das Line-up wechselt bei jeder Ausgabe. Die Comedians finden über soziale Medien oder direkte Anfragen zur Show. „Man weiß nie genau, was man bekommt“, sagt Beck. „Und dass dabei nicht jeder Gag zündet, gehört auch mal dazu.“

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Von Robben, Hochspannung und dem ganz normalen Alltag

Inhaltlich wurde ein breites Spektrum geboten. Da wurde philosophiert, warum es für die Fortbewegung von Robben ein eigenes Verb gibt – für Raupen aber nicht. Wortwitzfans kamen ebenfalls auf ihre Kosten, etwa mit der Erkenntnis, dass bei Elektrotechnikern in der Klausur grundsätzlich „Hochspannung“ herrscht. Andere nahmen den Alltag aufs Korn: Erlebnisse mit der Deutschen Bahn, absurde Situationen im Supermarkt, Szenen aus dem Kindergarten oder aktuelle regionale Themen.

Eine alternative Version von „Stadt, Land, Fluss“, bei welchem das Publikum einbezogen wurde, sorgte für große Lacher – etwa bei der Kategorie „Name für einen Elefanten, wenn er nicht Elefant heißen würde“. Der kreative Einsatz wurde belohnt: Besucherin Sandra durfte sich über ein Freigetränk freuen.

Mehr als nur ein Hobbyprojekt

Markus Beck selbst tritt bei seiner eigenen Show nicht auf, sondern moderiert durch den Abend. Hauptberuflich arbeitet er als Haustechniker bei der Gemeinde Hallbergmoos, ist Familienvater – und macht erst seit August 2025 selbst Stand-up-Comedy. Die Idee zur eigenen Show entstand aus einem einfachen Gedanken: Es gibt zu wenige Auftrittsmöglichkeiten für Newcomer – also warum nicht selbst eine schaffen?

„Ich wollte ausprobieren, ob das funktioniert“, sagt Beck. Offenbar tut es das. Die Show bringt Leben nach Hallbergmoos und soll monatlich in wechselnden Locations stattfinden. Der nächste Termin ist bereits geplant: Am 26. Februar 2026 geht es in die Brüderei.

Bleibt nur zu sagen: Wenn es in Hallbergmoos wieder „Ping!“ macht, dann lohnt es sich, dabei zu sein.

Kultur

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