Spezialoperation Gamsige Goaß

Goldacher Burschen entführen Zamdorfer Maibaum

Mit Polizei-Eskorte brachten die Zamdorfer Maibaumfreunde ihren Traditionsbaum an Ostermontag zur Feier, nachdem er ihnen kurzfristig abhanden gekommen war. Foto: Instagram Zamdorfer Maibaumfreunde

Goldach/München-Zamdorf – Wer an Ostern nur an Schokohasen, Eiersuche und den obligatorischen Familienbrunch denkt, hat die Rechnung ohne die Goldacher Burschen gemacht. Denn sie lösen bei „Kollegen“ ein fieberhafte Suche der ganz anderen Art aus. Auch heuer ist den dem Burschenverein wieder ein Coup geglückt, der Schmunzeln lässt: Die Entführung des Maibaums aus Zamdorf.

Eigentlich wollte Louis Hasenöhrl – von seinen Spezln nur „Hasi“ genannt – mit seinen Kameraden eine gemütliche Stüberltour machen – und bei dieser Gelegenheit noch ein bisserl die ‚Maibaum-Lage‘ in Pliening auskundschaften. Rein dienstlich, versteht sich.

Auf dem Weg nach Pliening drängte sich den Goldachern dann abe der Zamdorfer Maibaum förmlich auf. Auf einem Hof in Neuching lag er da: schön langgestreckt, fast unbewacht und in einer Art „Nimm mich mit“-Pose. Ein Anblick, der für routinierte Burschen ungefähr so verlockend ist wie ein unverschlossenes Süßigkeitenregal in der Fastenzeit.

Operation „Gamsige Goaß“ läuft an

Die Vergangenheit zeigt: Die Goldacher wären nicht die Goldacher, wenn ihnen nicht im Zweijahrestakt eine neue Spezialoperation gelänge. Nach „Toter Fisch“ (2023 in Niederding) und „Sterbende Eule“ (2025 in Altham) durfte es diesmal eine „Gamsige Goaß“ sein – eine Mission, deren Titel schon vermuten lässt, dass Humor auf der Agenda ziemlich weit oben steht.

Doch der Weg zum Erfolg war steinig – oder vielmehr bellend: Zwei Hunde schlugen sofort an. Die Delegation entschied professionell: „Gut, lassen wir das erst mal.“ Also ging’s weiter zu auf der Stüberl‑Tour, wie sich das für seriöse Planungsarbeit gehört.

Auf dem Heimweg dann die dramaturgische Wendung: „Halt mal kurz da vorne an!“, riefen die Burschen dem Taxler zu, der sich nach Hause bringen sollt e. Und siehe da: Hof leer, Hunde weg, Bühne frei.

„Hasi, jetzt wär’s soweit“, hieß es über Funk – oder zumindest übers Handy. Um vier Uhr früh schlugen die Goldacher zu. Ein nüchterner Fahrer wurde kurzerhand aufgetrieben und dann ging alles ganz schnell: Sieben Minuten. Neun Mann. Ein Baum. Zack – weg.

Die Hunde? Beste Kollegen.

Und die vierbeinigen Bewacher? Tauchten erst wieder auf, als die Burschen längst am Abmarsch waren – freundlich wedelnd wie zwei Fans bei einem Meet & Greet. Zur Belohnung gab’s Käsekrainer, die man eigens noch beim Metzger besorgt hatte. Gute Beziehungen wollen schließlich gepflegt sein.

Fair Play unter Maibaum-Freunden

Am Ende zeigte sich: Die Goldacher haben nicht nur Humor, sondern auch Herz. Damit die Zamdorfer ihre behördlichen Genehmigungen nicht in Rauch aufgehen sahen, lieferten die Burschen den Maibaum kurzerhand wieder exakt am selben Platz ab – pünktlich, akkurat und mit der Verantwortungsbewusstheit einer Schweizer Uhr.

Die Auslöse wurde „erfolgreich verhandelt“, wie Hasi berichtet – vermutlich verbunden mit Bier, Brotzeit und dem ein oder anderen ausgedehnten Grinsen. Und so konnte das große Zamdorfer Ostermontags-Fest wie geplant über die Bühne gehen: mit Baum, mit Musik – und mit einer Geschichte, die wohl noch einige Stammtische lang weitererzählt wird.

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