Pater Konrad Huber hat seine letzte Reise angetreten. Der Herz-Jesu-Missionar, der über Jahrzehnte hinweg das Leben unzähliger junger Menschen prägte und mit unermüdlichem Einsatz Hilfegüter nach Südosteuropa brachte, starb im Alter von 83 Jahren.
Geboren am 27. Mai 1942 in Erding und in einer Familie mit sechs Kindern in Reisen aufgewachsen, führte ihn sein Weg früh in die Ordensgemeinschaft. Nach der Ausbildung in Salzburg und dem Theologiestudium in Innsbruck empfing er 1970 in Birkeneck die Priesterweihe. Es ist eine Biografie, wie sie viele Geistliche seiner Generation teilen – und doch erzählt sie nur einen Teil seines Lebens. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2012 wirkte Huber in der Jugendhilfeeinrichtung Birkeneck.
Sein Lebenswerk – die Bosnien- und Kroatienhilfe
Sein Lebenswerk, das weit über die Region hinauswirkte, begann nach dem offiziellen Ruhestand. Als das ehemalige Jugoslawien in den 1990er-Jahren zerfiel und Gewalt den Alltag bestimmte, gründete der Birkenecker Pater 1995 eine Hilfsaktion, die bald zu einem verlässlichen Lebensfaden für viele wurde. Mit der von ihm gegründeten Bosnien- und Kroatienhilfe schuf Huber ein weitreichendes Netzwerk.
Unterstützt von Spendern, Ehrenamtlichen und einem eingespielten Helferkreis organisierte er Hilfstransporte, knüpfte Kontakte und war immer wieder selbst vor Ort. „Die Not ist geblieben“, sagte er – und blieb ebenfalls. Wenn ein wieder ein Lkw mit Rollstühlen, (Pflege-) Betten und Lebensmitteln vom Hof rollte, schnappte sich Pater Huber die Drehorgel – und spielte „Muss i denn zum Städtele hinaus.“
Bundesverdienstkreuz am Bande
Dass ihm dafür 2003 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde, nahm er zur Kenntnis, aber nicht zum Anlass, innezuhalten. Auszeichnungen waren ihm weniger wichtig als funktionierende Strukturen. Beziehungen, die trugen. Hilfe, die ankam.
Erst als seine Kräfte nachließen, zog er einen Schlussstrich. Nach 30 Jahren und 264 Fahrten endete die Hilfsaktion. Zu Jahresbeginn entdeckte man eine tückische unheilbare Lungenkrankheit, der Pater Huber am 18. März 2026 im Erdinger Krankenhaus erlag.
Eine Institution im Jugendwerk Birkeneck
„Pater Huber war eine Institution. Ein Zeitzeuge der Geschichte, der fast die Hälfte der 100-jährigen Geschichte des Jugendwerks selbst erlebt und in verschiedenen Funktionen geprägt hat“, würdigt Joachim Nunner, Geschäftsführer des Jugendwerks, den Verstorbenen. Mit ihm verliert die Region einen stillen, beharrlichen Helfer – einen, der nicht viele Worte machte, aber viel bewirkte.