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Musikschule ist wieder im Takt

Nach Corona-Zwangspause sind Schüler in die Klassenzimmer zurückgekehrt

Mit dem digitalen Unterricht ist Musikschülerin Heidi Zierer (10) gut zurechtgekommen.
Mit dem digitalen Unterricht ist Musikschülerin Heidi Zierer (10) gut zurechtgekommen.
© Eva Oestereich

Zwei Monate konnten die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Hallbergmoos-Neufahrn ihre Schüler wegen der Corona-Schließungen nicht nur digital unterrichten. Nun ist man in die Klassenzimmer zurückgekehrt und kann wieder Einzelunterricht anbieten. Der virtuellen Unterrichtsphase können die Verantwortlichen sogar Positives abgewinnen.
„Wir konnten mit 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler den Unterricht über Videochats fortsetzen“, berichtet Musikschulleiterin Gisela Bouton in einem Pressegespräch. Nur jüngere Kinder und Familien ohne Internetzugang mussten ganz aussetzen. Für alle anderen war es eine lehrreiche, ja sogar positive Erfahrung: „Viele Schüler sind durch den Online-Unterricht selbständiger geworden“, so das Fazit von Vladimir Genin. Zur Erläuterung führt er aus, dass im Präsenzunterricht der Lehrer dynamische Zeichen, Phrasierungen oder Ausrufezeichen aufs Notenblatt einträgt. Im virtuellen Unterricht ging das natürlich nicht. Also haben die Kinder selbst den Bleistift in die Hand genommen und notiert: „Wenn die Kinder das selbst machen, merken sie es sich besser – und achten stärker auf Nuancen“, weiß der Fachbereichsleiter für Begabtenförderung.
Heidi Zierer (10) ist mit dem Online-Unterricht gut zurechtgekommen: Die Viertklässlerin hat vor zwei Jahren mit dem Geigen-Unterricht begonnen. Zunächst mit einem Leihinstrument, das die Musikschule jedem für 15 Euro monatlich zur Verfügung stellen kann, seit einem Jahr mit der eigenen Geige. Sie hat sie zum Geburtstag geschenkt bekommen. Im Herbst möchte die ambitionierte Nachwuchsmusikerin ins musische Camerloher-Gymnasium gehen. Bouton unterrichtet die junge Musikerin, nennt die Zehnjährige eine „Überfliegerin“, weil sie mit so viel mit so viel Freude und Leidenschaft spielt und lernt. Täglich, „zwischen 15 und 30 Minuten“, wie Heidi erzählt.
Schülerin und Lehrerin haben den virtuellen Unterricht als unproblematisch empfunden: „Es war, als würde Heidi vor mir stehen“, sagt Bouton. Die Technik zu verfeinern: Kein Problem. „Die Hände sieht man ja wunderbar.“ Trotzdem sind die beiden froh, dass sie sich nun wieder gegenüberstehen: „Der sensible Streicherton klingt live schon anders“, so Bouton. Und auch „Wackler“ – Übertragungsstörungen bei überlastetem Internet – gehören der Vergangenheit an. Und schließlich sei auch der persönliche Kontakt zwischen Schüler und Lehrer wichtig, betont Bouton.
Einzelunterricht oder in Zweigruppen ist nach den Lockerungen nun unter Auflagen wieder erlaubt. Wer Stunden während der Zwangspause versäumt hat, kann sie in den Pfingstferien nachholen. Die Musikschulleiterin ist glücklich, dass Schüler und Lehrer so toll mitziehen: Es gab nur eine Kündigung, sonst ist keiner der 250 Schüler abgesprungen. In Neufahrn sähe Bouton gerne noch mehr als 70 Schüler.

Anmeldefrist fürs Herbstsemester bis Juni verlängert

Das Anmeldeverfahren fürs kommende Herbstsemester läuft schon, bis Ende Juni ist die Einschreibefrist verlängert. Neu sind Eltern-Kinder-Gruppen für musikalische Früherziehung und „Veh-Harfe“, die leicht zu erlernen ist. „Es eignet sich insbesondere für Ältere und Menschen mit Einschränkungen“, so Bouton.
Flöte, Gesang, Geige, Bratsche, Cello, Saxophon, Klarinette, Akkordeon, Gitarre, Klavier und Schlagzeug werden in 30-minütigen Einheiten unterrichtet. Zudem gibt es kostenlosen Förderunterricht, die Genin keinesfalls als Eliteförderung verstanden wissen will. Es profitieren genauso Anfänger, Ensembles oder Menschen mit Handicap.

Sponsoren für Förderunterricht gesucht

Der Förderunterricht steht allerding momentan auf wackligen Beinen: Die Flughafen München GmbH hat die 15-minütigen Einheiten pro Schüler und Woche mit jährlich 2500 Euro gesponsort. Nun sind wegen Corona die Gelder ausgeblieben. „Ich habe dafür vollstes Verständnis. Aber wir suchen nun dringend nach Sponsoren“, so Genins dringender Appell an örtliche Unternehmen.

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Konzert auf der Seebühne 2021 geplant

Wie man ohne großen finanziellen Aufwand ein Musikerlebnis anbieten kann, darüber hat sich die neue Kulturreferentin Andrea Holzmann Gedanken gemacht: Sie möchte ein Sommerkonzert auf der Seebühne initiieren. „Das wäre eine kulturelle Bereicherung, damit ließen sich Gelder generieren und zugleich Lebensfreude vermitteln“. Mit dem Auftritt der „tollen Solisten und Ensembles“ der Musikschule könnte das „ein schöner bewegender Abend mit vielen Emotionen werden.“  Wenn alles klappt, könnte 2021 Premiere für die Benefizveranstaltung sein. Heuer wird das Corona-bedingt wohl nicht mehr klappen.

Infos im Internet: www.musikschule-hn.de

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