Mit einem Atemzug ins Schwarze

Blasrohr-Spezialisten: Petra und Markus Bauer, Susi Kranzfelder und Edgar Pröpster (v.l.) vertreten in den Rundenwettkämpfen die Farben der SG Edelweiß.

Wenn Edgar Pröpster spricht, wird es ruhig im Raum. Nicht, weil er laut wäre – ganz im Gegenteil. Konzentriert, fast gelassen erklärt er Kindern, worauf es ankommt als er in Niederhummel zu Gast ist. „Spitzig sind die schon, freilich“, sagt er und hält einen der feinen Pfeile hoch.

Der Ehrenschützenmeister der SG Edelweiß Hallbergmoos ist Blasrohrreferent im Gau Freising – und inzwischen auch für ganz Oberbayern. Einer, der eine Nischensportart mit viel Geduld, einer guten Portion Humor und einer klaren Mission vorantreibt: Nachwuchs gewinnen. Dass er einmal in dieser Rolle landen würde, war eher Zufall. „Ich hab‘ mich drum gekümmert – und plötzlich war ich der Referent“, sagt er und schmunzelt. Vor vier Jahren begann alles, damals noch als Gausportleiter.

Die Idee: eine Alternative schaffen für Jugendliche, die weder Bogen noch Luftgewehr schießen wollen. Pröpster besorgte Blasrohre – und blieb dabei. Dass er nun Referent im Gau und Bezirk ist, sei so gekommen, „weil ich nicht gescheit Nein gesagt hab“, erzählt er augenzwinkernd.

Blasrohrschießen ist Präzisionsarbeit

Blasrohrschießen ist Präzisionsarbeit. Es hat wenig mit Kraft zu tun, dafür umso mehr mit Technik. Entscheidend ist die Atmung. „Du brauchst eine Stoßatmung“, erklärt Pröpster. Ein kurzer, gezielter Luftstoß – nicht mehr. Gezielt wird über das Rohr hinweg, mit einem Trick, den nur Geübte beherrschen: „Ein guter Schütze sieht zwei Rohre – und genau in der Mitte ist das Ziel.“

In drei Stunden hat man das Grundprinzip verstanden.

Pröpster sagt, dass man die Technik schnell drauf hat: „In drei Stunden hat man das Grundprinzip verstanden“, sagt er. Dann sollten sich bald erste Treffer einstellen. Das Ziel ist bei Wettkämpfen 7 Meter entfernt. Die Sportausrüstung ist vergleichsweise günstig in der Anschaffung – etwa 80 bis 100 Euro muss man für Blasrohr (max. 1,70 m lang), Putzschnur und Pfeile rechnen. Natürlich gibt auch auch Leih-Sportgeräte, die nach Gebrauch mit ordentlich Desinfektionsmittel „gespült“ werden.

Lehrgänge von Ingolstadt bis Garmisch

Pröpsters Revier reicht inzwischen weit über Hallbergmoos hinaus. Lehrgänge gibt er im gesamten Bezirk Oberbayern – von Ingolstadt bis Garmisch. In Nandlstadt hat er sogar ein kleines „Blasrohr-Zentrum“ aufgebaut. In Nandlstadt hat er sogar ein kleines „Blasrohr-Zentrum“ aufgebaut. Dort finden auch Wettkämpfe statt, genauso wie die Oberbayerischen Meisterschaften (17.10.2026).

Noch ist die Szene überschaubar: drei Mannschaften aus Nandlstadt, eine aus Hallbergmoos. Für Pröpster ist das ein Ansporn. Denn wer ihn erlebt, merkt schnell: Hier geht es um mehr als nur Pfeile und Scheiben. Es geht um Konzentration, Körpergefühl – und darum, etwas Ungewöhnliches auszuprobieren. „Du brauchst eigentlich nur Luft“, sagt Pröpster. Und vielleicht ein bisschen Geduld.

Wer neugierig wird, kann sich jederzeit bei ihm melden (E-Mail: Proepster.Edgar@t-online.de). Dann steht er wieder irgendwo in einer Halle oder Wirtsstube, achtet auf Sicherheit, korrigiert die Atmung – und bringt Menschen dazu, für einen Moment ganz bei sich zu sein. Leise. Konzentriert. Und ziemlich treffsicher.

Wer sich die Sportart aus der Nähe anschauen will, hat dazu am 17. und 24. Juni in der Hallbergmooser Stockschützenhalle (Am Söldnermoos 61, 85399 Hallbergmoos) die Gelegenheit. Dort beginnen um jeweils 18 Uhr die Rundenwettkämpfe.

Sport, Topnews

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