Teilen

„Mach, was wirklich zählt!“

Laura Wieser (25) hat für die Freiwillige Feuerwehr Hallbergmoos einen Imagefilm produziert

Werbung für die Freiwillige Feuerwehr: Laura Wieser (25), Aktive und Mediendesign-Studentin hat einen interessanten Imagefilm gedreht. © FF Hallbergmoos

Was willst du werden, wenn du groß bist? Aus Kindermund wird diese Frage mit „Feuerwehrmann“ beantwortet. Oder mit „Feuerwehrfrau“. Das Helfen, Retten, Bergen und Löschen hat bei Kindern nichts von seiner Faszination verloren. Zu Recht: Davon ist Laura Wieser überzeugt. Die 25-Jährige ist Feuerwehrfrau und studiert Mediendesign. Um neue Mitglieder zu gewinnen, hat sie sie nun einen Imagefilm für die Freiwillige Feuerwehr Hallbergmoos produziert. Er zeigt, was es heißt, ehrenamtlich im Rettungsdienst zu arbeiten.

Laura Wieser (25) studiert dual Mediendesign im vierten Semester. Parallel arbeitet sie in einer Webdesign-Agentur. Und: Sie ist seit einem Jahr aktive Feuerwehrfrau voller Überzeugung. Ein Kindheitstraum war’s nicht, wie sie bekennt. Zwei Freunde haben sich der Feuerwehr angeschlossen und sie mitgenommen. Seither ist sie buchstäblich Feuer und Flamme.

Kameradschaft, Respekt und Gleichberechtigung

Warum? „Es ist die Kameradschaft, die starke Gemeinschaft und der Umstand, dass man Leuten helfen kann“, beschreibt sie ihre Motivation. Bei den Floriansjüngern wurde sie mit offenen Armen aufgenommen: „Man wird nicht als Neuling belächelt, bekommt immer Unterstützung. Ich hab‘ mich direkt gut aufgehoben gefühlt. Die Kameraden kommen auf einen zu. Man wird nicht bevormundet, sondern begegnet sich gleichberechtigt auf einer Ebene“, unterstreicht sie.

- Anzeige -

Im März hat Wieser die Grundausbildung bei der Feuerwehr abgeschlossen. Im Juni fuhr sie den ersten Einsatz. Eine Türöffnung, an der sie mit zwei Kameraden beteiligt war. Kurz darauf dann der schwere Unfall, als ein Auto in einen Hotelfassade krachte: „Wir waren die ersten vor Ort. Zu sehen, wie sehr das Auto zerstört ist, da schluckt man schon erst einmal. Aber dann macht man seinen Job. Gott sei Dank gab es keine schweren Verletzungen.“ Keine Scheu, dass mal etwas Schlimmes passiert? „Man hat Respekt. Aber den sollte man auch haben“, so Wieser.

Feuerwehr braucht dringend Verstärkung

Aktuell tun bei der FF Hallbergmoos 63 Aktive Dienst, darunter 13 Frauen, die meisten in Wiesers Alter. Es gibt eine Jugendgruppe mit sieben Mädchen und Burschen, die alle zwei Wochen zu Übungen kommen. Man bräuchte dringend Verstärkung.

Als nun auf dem Lehrplan der Uni ein Praxisprojekt „Audiovisuelle Medien“ stand, lag es für die junge Frau auf der Hand, Mitgliederwerbung für die Floriansjünger zu machen.

„Ich habe die Idee mit dem Kommandanten besprochen. Er hat mir da komplett freie Hand gelassen: „Film einfach“, habe Walter Schreck gesagt. „Wir haben das Ganze dann im Social Media Team der Feuerwehr gemacht.“ Dazu gehören noch Daniel Ring und Christian Pfitzner. „Die beiden haben gefilmt. Ich habe die Ideen gebracht, das Konzept und den Schnitt gemacht.“

„Was macht eigentlich die Freiwillige Feuerwehr Hallbergmoos aus?“ ist das Leitmotiv des Videos. Die erste Sequenz – der „Catcher“, wie es Wieser nennt – zeigt Daniel Rings kleinen Sohn Leon, der mit einem Feuerwehrauto spielt. Aus dem Spielzeug wird in den nächsten Einstellungen ein großes Fahrzeug, die Arbeit der Floriansjünger rückt in den Mittelpunkt.

Angst überwinden und Zusammenhalt

Am Dreh beteiligt waren Feuerwehrleute, junge genauso wie ältere Aktive, Frauen und Männer. Überschrieben sind die Szenen – auf der Drehleiter, bei der Fahrt zum Einsatz, beim Löschen und Training – mit den Schlagworten „Angst überwinden“, „Kameradschaft“, „Herausforderung“ und „Training“. Diese Begriffe hat Wieser vorher festgelegt, weil es das ist, was die Arbeit aus ihrer Sicht am besten beschreibt.

Vor kurzem hat die FF Hallbergmoos den Film auf ihren Social Media-Kanälen veröffentlich. 540 Mal wurde der Clip innerhalb von drei Tagen allein auf Instagram angeklickt. Die Studienarbeit hat Wieser schon abgegeben, die Note erfährt sie im Oktober. Die 25-Jährige hat schon Ideen für weiter Produktionen. Und natürlich will sie sich auch bei den Florianjüngern weiterbilden. Als nächstes steht ein Atemschutzlehrgang an.

 

Gesellschaft, Reportagen, Topnews

Dieser Artikel erscheint in der Ausgabe:

- Anzeige -
Die jüngsten Ausgaben

Beitrags Archive

Neueste Artikel

Das könnte Sie interessieren

Das Neueste aus Hallbergmoos

Weitere Artikel