Das 100‑jährigen Bestehen der Lufthansa wurde im Hangar mit 450 Gästen – Crews, Mitarbeiter und Offizielle – groß gefeiert. Ministerpräsident Markus Söder und LH-Chef Carsten Spohr gaben bekannt, dass Lufthansa und der Flughafen München (FMG) eine weitreichende Vereinbarung zur Zukunft des zweitgrößten deutschen Luftverkehrsdrehkreuzes geschlossen haben. Herzstück der Pläne ist ein neuer Flugsteig, der sogenannte „T‑Stiel“, der östlich an das bestehende Satellitengebäude anschließen soll.
Wachstumspfad bis 2056
Wie beide Partner mitteilen, soll das gemeinsame Terminal‑2‑Joint‑Venture, das seit 2003 besteht, bis 2056 fortgeführt und zugleich ausgebaut werden. Mit dem neuen Flugsteig wollen Lufthansa und FMG die Kapazitäten am Standort München deutlich steigern. Der T‑Stiel, dessen Eröffnung für 2035 vorgesehen ist, soll die Abfertigungskapazität des Terminal 2 um weitere zehn Millionen Passagiere jährlich erhöhen.
Damit, so hieß es, schließen beide Unternehmen an das kontinuierliche Wachstum der vergangenen Jahre an: Schon acht Jahre nach der Eröffnung des Terminal 2 war die damalige Kapazitätsgrenze von 25 Millionen Passagieren erreicht. Der 2016 in Betrieb genommene Satellit stoße an seine Grenzen. Die neue Vereinbarung markiert nun den Übergang in die konkrete Planungsphase des Bauvorhabens. Lufthansa und FMG sprechen von einer strategischen Investition in die Zukunft des Luftverkehrsstandorts Deutschland und verweisen auf wirtschaftliche Impulse sowie zusätzliche Arbeitsplätze in der Region.
Bedeutung für den Konzern und den Standort
Lufthansa‑Chef Carsten Spohr sieht in der Erweiterung ein Bekenntnis zum Standort Bayern. Die Partnerschaft mit der FMG sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Aufbau eines leistungsfähigen Drehkreuzes, das international zur Spitzengruppe gehöre. München habe sich als Premium‑Standort und zentraler Pfeiler im Verbund der Lufthansa‑Drehkreuze etabliert. Perspektivisch soll insbesondere die Langstreckenflotte in München wachsen.
Minsterpräsident Söder: „Megadeal“ und „Meilenstein“
Auch die Staatsregierung signalisiert Unterstützung. Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete das Vorhaben als „Mega‑Deal“ und „Meilenstein“ für den Luftverkehr in Bayern. Die Staatsregierung wolle Drehkreuze stärken und sich weiterhin für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen einsetzen, etwa durch eine Senkung der Luftverkehrsabgabe. Söder hob die Bedeutung der Lufthansa für den Freistaat hervor: 140 stationierte Flugzeuge, über 13 000 Mitarbeiter, derzeit jede Woche eine neue Maschine, die wieder 220 Mitarbeiter – so viel wie ein mittelständischer Betrieb – neu bindet. „Bayern ist stolz darauf, dass die Lufthansa so stark ist.“ Während Söder an diesem Tag nicht über eine dritte Startbahn reden wollte, muss sie in den Augen von Spohr eine Option bleiben.
Ein europaweit einzigartiges Modell
Das Joint Venture für das Terminal 2 ist in Europa weiterhin ungewöhnlich: FMG und Lufthansa teilen sich die unternehmerische Verantwortung für den Betrieb der Infrastruktur, an der die FMG 60 Prozent und der Konzern 40 Prozent hält. Das Terminal wird exklusiv von den Airlines der Lufthansa Group und ihren Partnern genutzt. Im Jahr 2025 wurden dort über 32 Millionen Passagiere betreut.
Mit dem T‑Stiel soll der Standort München langfristig für weiteres Wachstum gerüstet werden – trotz geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen im globalen Luftverkehr. Für Lufthansa ist das Projekt Teil einer umfassenden Strategie, in internationale Wettbewerbsfähigkeit und eine stabile Anbindung Europas an globale Märkte zu investieren.