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Keine Zeit zu Jammern

Theres Morasch feierte 100. Geburtstag

Die Goldenen Zwanziger, einen Weltkrieg, das Wirtschaftswunder, Mauerfall – wer 100 Jahre alt ist, der hat viel erlebt. Auch Theres Morasch, die am 19. Juli ihren 100. Geburtstag feiern durfte, wenngleich ihr Leben von viel Arbeit geprägt war. Das sei es auch, „was sie fit gehalten habe. Es gab und gibt keine Zeit zum Jammern.“
Theres Morasch ist die älteste von vier Geschwistern. Auf dem elterlichen „Kieferlhof“ in der Mathildenstraße geboren, war ihr Lebensweg vorgezeichnet. Hineingeboren in einen 50 Tagwerk großen Bauernhof, war ihr Tagesablauf durch die Landwirtschaft geprägt. Die ersten sieben Jahre besuchte sie als gebürtige Moll die Volksschule musste dennoch auf dem elterlichen Hof mitarbeiten: Ackern und Pflügen mit den Pferden, Füttern der Hühner und Gänse, Einbringen von Kartoffelstauden, Gewinnung und Transport der Torfziegel zum Heizen. Den Keller der Backstube und Werkstatt hat sie gemeinsam mit ihrem Vater Franz Xaver ausgehoben und betoniert. „Nebenher“ besuchte sie noch die Sonntagsschule, die sie sehr erfolgreich abschloss. In ihrem Entlasszeugnis aus dem April 1936 wird ihr lobenswerter Fleiß und Betragen bescheinigt. Nach der Heirat mit Bartholomäus Morasch gehörte ihr „Herz“ den Kraut und Rüben, die die beiden auf den Großmärkten in München verkauften und die Einkommensquelle schlechthin für die Familie Morasch mit ihren beiden Kindern Hans und Brigitte darstellten. Bis dahin musste Theres bereits einen tiefen Schickssalsschlag hinnehmen, Hans‘ Vater kam einen Monat vor seiner Geburt im Krieg ums Leben. Morasch war aber auch viel in der Gemeinde unterwegs und aktiv im Katholischen Frauenbund Goldach sowie dem Seniorenclub. Ihre Leidenschaft gehört den Kreuzworträtseln, die sie so fesseln, dass sie gar nicht mehr aufhören mag. „Das macht sie auch heute noch sehr gerne“, bestätigt Hans. Er „kümmert“ sich regelmäßig um seine Mutter, fährt sie zur Seniorenweihnacht und zum Seniorennachmittag der Hallberger Wiesn. Bis dato lebt Morasch jedoch alleine in ihrem Haus in Goldach, in das sie nach ihrer Heirat mit Bartholomäus zog. Dieser verstarb bereits 1984, so dass sie sich viele Jahre alleine um die Geschicke des Bauernhofes kümmerte. Theres Morasch ist eine derjenigen Frauen, die zwar die erforderliche Schulzeit mit Bravour meisterten, denen jedoch eine Berufsausbildung versagt geblieben ist, weil sie als Hilfe auf dem landwirtschaftlichen Betrieb unabdingbar war und somit eine Magd oder Knecht ersetzten. Ansonsten wäre aus Theres Morasch vielleicht eine Fotografin geworden. Schon als junges Mädchen kaufte sie sich für vier Mark einen Fotoapparat und hat damit ihren Alltag festgehalten.

Gesellschaft, Leute

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