Mittlerweile hat er die Amtszeit seiner Vorgänger übertroffen: Seit 13 Jahren ist Michael Prill Vorsitzender der Ringer vom SV Siegfried. Bei der Versammlung im Neuwirt stellte er sich erneut zur Wahl und wurde von den 40 Mitgliedern einstimmig im Amt bestätigt. Nach der langen Zeit sinke jedoch die Lust ein wenig, bekräftigte Prill. Er versuche weiterhin, jeden Tag das Beste für den verein zu geben: „Allerdings ist es ziemlich anstrengend und es wird immer schwerer, mich jeden Tag zu motivieren.“
Ein Problem: Nur wenige Leute, Prill nannte in der Versammlung rund fünf, würden den Vereinsbetrieb am Laufen halten. Sein Appell lautete daher: „Auch wer heute nicht in einen Posten gewählt wurde, kann sich gerne bei mir melden, um mitzuhelfen.“ Genügend Mitglieder gäbe es, denn deren Anzahl stieg um 17 auf 506 zum Ende des vergangenen Jahres. Das neue Breitensporttraining habe einen großen Anteil daran gehabt. Bei den etablierten Einheiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene passe die Beteiligung weiterhin, so Prill. Kritik übte er aber an der mangelnden Beteiligung bei Turnieren. Heutzutage möchte keiner mehr Niederlagen einstecken und nach solchen, würden viele nicht mehr auf weitere Turniere fahren, monierte er.
Überragend sei dagegen der Erfolg der Männermannschaft mit dem Titel in der Regionalliga. Hier habe man mit geballter Erfahrung gepunktet. Denn der Kern der Mannschaft mit Ergün Aydin, Ahmet Bilici, Csongor Knipli oder Prill selbst sei mittlerweile „ziemlich alt“ – aufs Ringen bezogen natürlich.
Ehrenamt stärken: Den Worten müssen Taten folgen
Ehrenamt stärken, diesen Slogan habe es von vielen Politiker bei den vergangenen Kommunalwahlen gegeben. Der Vorsitzende kritisierte: „Nur Worte helfen aber nichts. Mir fehlt deren Bereitschaft, sich wirklich zu engagieren.“ Finanziell steht der SVS sehr gut da, im vergangenen Jahr gab es bei Einnahmen von 132 737 Euro und Ausgaben von 124 628 Euro ein schönes Plus. Das Vereinsvermögen erhöhte sich damit auf gute 82 000 Euro.
Einmütig gings dann bei den Neuwahlen zu, sämtliche Posten wurden einstimmig vergeben. Als Stellvertreter von Prill wurden Damian Edfelder und Evi Münzer wiedergewählt. Der Vorsitzende übernimmt zudem die Ämter als Schriftführer und sportlicher Leiter, Münzer ist zudem erste Jugendleiterin. Die weiteren Posten: Schatzmeisterin Marianne Pointner, 2. Schatzmeisterin ist Beate Prill, stellvertretende Jugendleiter Manuela Lamprecht (neu) und Andi Niedermair, Wettkampfreferent Christian Bauer, Beisitzer Helmut Ernst, Jakob Jung und Christian Edfelder.
Kleiner Kader: Nur ein Neuzugang
Der Vorsitzende kam auch auf den Kader für die neue Saison zu sprechen. Erfreulich sei, dass die letztjährigen Neuzugänge Jan Madejczyk und Maximilian Anthofer weiter dabei sind: „Sie waren wichtige Faktoren für den Titel.“ Mit Dejan Bakic (80 Kilo) gibt’s nur einen Neuzugang. Amir Hussaini (57 Kilo) wird dagegen verletzungsbedingt die Runde ausfallen. Bei Vladislavs Jakubovics, einem Leistungsträger der letzten zehn Jahre, sei ein Mitwirken aus familiären Gründen fraglich. Prill: „Wir gehen mit einem sehr kleinen Kader in die Runde. Wenn alle fit bleiben, können wir trotzdem eine gute Rolle spielen, auch wenn die Regionalliga meiner Meinung nach noch stärker wurde.“
(hz)


