Interkulturelles Sommerfest bei tropischer Hitze

Von Bayern bis Costa Rica: Hallbergmoos feiert die Vielfalt

© Nicklas Voigt

Die Temperaturen waren hoch, die Besucherzahlen etwas niedriger als erhofft – doch die Stimmung hätte besser kaum sein können: Beim interkulturellen Sommerfest der Asylhilfegruppe der Nachbarschaftshilfe Hallbergmoos-Goldach stand einmal mehr das Miteinander im Mittelpunkt.

Zur Eröffnung begrüßte Leiterin Birgit Funk die Gäste und Helfer. Besonders willkommen hieß sie die Zweite Bürgermeisterin Tanja Knieler sowie die Integrationsbeirätin des Landkreises Freising, Xinwen Yang, aus Hallbergmoos. Yang gab einen kurzen Einblick in die Arbeit des Integrationsbeirats, während Knieler den Einsatz der Ehrenamtlichen würdigte: Ohne dieses Engagement sei Integration vor Ort kaum denkbar.

Auch wenn sich aufgrund der Hitze weniger Besucher einfanden, tat das der Atmosphäre keinen Abbruch. Für Kinder und Erwachsene hatten die Organisatoren abwechslungsreiche Mitmachstationen im Schatten vorbereitet – von Armdrücken über Tauziehen bis zum Dosenwerfen und Steine-Bemalen. Besonders beliebt war zudem die Schmink- und Tattoo-Station von Physiotherapeutin Kathrin Teich, die mit viel Kreativität kleine und große Gäste verschönerte.

Kulinarische Weltreise am Büffet

Ein Höhepunkt des Festes war das umfangreiche internationale Buffet, das nahezu vollständig von den Beteiligten selbst zubereitet wurde. Von ungarischem Kartoffelsalat und Fleischbällchen über bayerischen Obazda und Bayerisch Creme bis hin zu ukrainischem Borschtsch, türkischen Weinblättern und afghanischem Qabuli Palau reichte das kulinarische Angebot. Auch exotischere Speisen wie costa-ricanischer Kichererbsensalat, Maiskuchen oder eine senegalesische Mafé fanden großen Anklang. „Das Buffet war am Ende fast komplett leer“, freute sich die Leiterin des Asylhelferkreises – ein deutliches Zeichen für die Qualität und Vielfalt der Speisen.

Ehemalige Geflüchtete als tragende Säule

Bemerkenswert: Viele der Unterstützer haben selbst einen Migrationshintergrund oder sind ehemalige Geflüchtete. So engagieren sich heute Menschen wie Nazir aus Afghanistan oder Yakhya aus dem Senegal, die einst selbst Hilfe erhielten, aktiv in der Asylhilfegruppe. Yakhya etwa hat erst im April die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und arbeitet inzwischen als Teamleiter in einer Security-Firma. Andere, wie das afghanische Ehepaar Rohullah und Somaya, stehen exemplarisch für gelungene Integration: Beide sind berufstätig, engagieren sich ehrenamtlich und bringen sich aktiv ins Gemeindeleben ein – auch wenn sie weiterhin auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind. Von den 70 einheimischen Asylhelfern von 2015 sind nur noch Birgit Funk und Ingrid Kammann als harter Kern übrig geblieben.

Unterstützung kam ebenso aus der Nachbarschaft: Neben Ingrid Kammann, die bayerische Creme (mit Agaga zubereitet) und Obazda beisteuererte, packten auch internationale Nachbarn aus Costa Rica oder der Türkei mit an. Organisiert wurde vieles in bewährter Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe unter Leitung von Martina Wilkowski, die nicht nur für Ausstattung und Getränke sorgte, sondern auch selbst Leckerbissen fürs Büffet gemacht hat.

Positives Fazit

Musik aus aller Welt rundete das Fest ab, während bei Spielen zahlreiche Preise gewonnen werden konnten. Zudem spendeten viele Gäste großzügig – die Einnahmen kommen direkt der Flüchtlingshilfe in Hallbergmoos zugute.

Am Ende zog Funk ein rundum positives Fazit: „Es war ein tolles Fest – und ein schönes Beispiel dafür, dass Integration in Hallbergmoos gut funktioniert.“

Gesellschaft, Veranstaltungen

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