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Hallbergmoos statt Hawaii

Die Bauarbeiten für Europas größten Surfpark nördlich von München haben begonnen

So soll Europas größer Surfpark in Hallbergmoos einmal aussehen. © Surftown MUC

Hallbergmoos wird zum Eldorado für Surfer: Im Gewerbegebiet (Munich Airport Business Park) der 12.000-Einwohner-Gemeinde nördlich von München entsteht der größte Surfpark Europas – die Surftown MUC. Gestern war symbolicher Spatenstich. Im Herbst 2023 soll bereits der Testbetrieb starten, im Frühjahr 2024 öffnet die Anlage dann offiziell. Investiert wurde ein unterer zweistelliger Millionen-Betrag.

Ein Traum wird wahr

Für Initiator und Surftown MUC-Geschäftsführer Chris Boehm-Tettelbach geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Entsprechend aufgeregt stand er auf der Bühne, um den Startschuss für sein „Herzensprojekt“ zu geben:  „So nervös war ich noch nie. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Geburtstag, Weihnachten und Bungee-Sprung“, beschrieb er seine Gefühlslage vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Surfer-Szene.

Mit dem symbolischen Spatenstich gaben sie das Startsignal für die Bauarbeiten (v.l.) Alexander Mademann (Wirtschaftsförderung), Marcus Mey (Wirtschaftsreferent), Bürgermeister Josef Niedermair, Chris Boehm-Tettelbach (CEO Surftown MUC), Michi Mohr (Sportdirektor Surftown MUC), Jonas Boehm-Tettelbach (CMO Surftown) und Stefan Maisch (Maisch Wolf Architekten). © Eva Oestereich

„Ein Projekt dieser Größenordnung anzuleiern ist leicht, es umzusetzen eine Herausforderung und auch ein Stück weit auch ein Lernprozess“, unterstrich er. Ein Prozess, der ihn durch Bebauungspläne, Gutachten zur Vogelschlagverhinderung und Wasserhaltung geführt hat. Vor acht Jahren existierte die Idee von einem Surfpark „als Traum und Vision“ im Kopf des passionierten Surfers.

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Gemeinde mit Mut und Weitblick

Nach langer Suche nahm „die Welle“ im März 2019 erste konkrete Formen an – als Hallbergmoos das „Filetgrundstück“ mitten im Munich Airport Business Park zusagte. Die Kommune hatte am 5. September 2017 schon eine Arbeitsgruppe einberufen, um sich über die Verwendung des „Filetgrundstück“ im Herzen des Gewerbeparks Gedanken zu machen. „Wir wollten eine besondere Firma“, erinnert sich Bürgermeister Josef Niedermair. Im März 2019 wurde der Kommune die Surfarena vorgestellt. Dann ging alles ganz schnell: Im Oktober entschloss sich der Gemeinderat, das Grundstück zu verkaufen. Mitte Dezember wurde der Bebauungsplan auf den Weg gebracht. 2020 besiegelte man den Grundstücksverkauf an Surftown MUC – und das Mega-Projekt wurde publik. Am 10. Mai 2022 erteilte das Landratsamt nach einem aufwändigen Verfahren die Baugenehmigung. Der Gemeinderat habe mit diesen Entscheidungen Mut und Weitblick bewiesen, so der Rathauschef.

Eine Wellenlänge voraus

Weil man das visionäre Projekt, so Bürgermeister Josef Niedermair, als „historische Chance“ sieht, einen „gewaltigen Mehrwehrt, Lebensqualität und eine Work-Life-Balance“ für den Wirtschaftsstandort, Bürger, Beschäftigte, die 6 Millionen Menschen der Metropolregion München und internationale Klientel – auch vom benachbarten Flughafen München – anziehen. Die neue Visitenkarte des Bürgermeisters ziert nun der Slogan „Eine Wellenlänge voraus“.

Internationale Strahlkraft

„Das ist eine Anlage mit internationaler Strahlkraft. Erste Anfragen für internationale Wettkämpfe sind schon da“, so Boehm-Tettelbach. Michi Mohr, international bekannter Surfer und sportlicher Leiter, kündigt zudem Surfschul- und Coaching-Projekte an.

Wellen von 30 Zentimetern bis 2,50 Metern

20.000 Quadratmeter ist das Gelände an der Lilienthalstraße groß, die Hälfte davon sind Wasserfläche. Im 180 Meter langen Becken können, dank seiner Nierenform, bis zu 60 Surfer gleichzeitig die Welle reiten – vom Neuling bis zum Olympioniken: Von kniehoch bis 2,50 Meter lässt sich die Endless-Surf-Technologie regulieren. Für die Besucher hat die Gemeinde eigens einen Parkplatz mit 120 Plätzen gebaut. Der Kreisverkehr am Zubringer B 301 / Ludwigstraße ist auch schon fertig.

Das sei mit dem Meer vergleichbar, spart aber die Fernreise, heißt es. Der fünfache Deutsche Meister Marlon Lipka hofft noch eine Jahreskarte zu ergattern, um Tricks und Turns zu üben. Er könnte sich durchaus vorstellen, dass in Hallbergmoos eine Talentschmiede entsteht.

Klimaneutralität im Fokus

Man habe auf Klimaneutralität geachtet, so der Surftown-Geschäftsführer: Die Anlage wird – das sei einzigartig – aus dem Grundwasser gespeist: „Es wird kein wertvolles Trinkwasser verwendet“, so Boehm-Tettelbach.  90 Prozent des Energiebedarfs gewinnt man aus einer Fotovoltaik-Anlage unweit der Bundesstraße B 301. Die Leitung dafür ist schon gelegt. In Holzbauweise entsteht das Surfcenter mit Gastronomie, Shops und Eventflächen. Es ist einer brechenden Welle nachempfunden und fügt sich in den durchgängig begrünten Landschaftspark ein, so Architekt Stefan Maisch. Dazu gehören eine Outdoor Fitness Area, ein Kinderspielplatz mit Splashpark und ein großzügiger Strandbereich.

Erklärtes Ziel ist es, auch eine Begegnungsstätte für die Region zu schaffen: von Schaulustigen über Angestellte in der Mittagspause, von Nachwuchstalenten bis zu Familien und Kindern, die einen außergewöhnlichen Tag im Freien verbringen möchten. Die Surftown MUC wird ganzjährig betrieben. Der „Walkway“ kann im Sommer als Jogging-Bahn und im Winter für Langlauf genutzt werden.

Nebenan: Das Lifstyle-Quartier Hybrid One

In direkt angrenzender Lage zu SURFTOWN® MUC errichtet der Projektentwickler Rock Capital Group das europaweit einmalige Lifestyle-Quartier HYBRID ONE mit Boulevard, Showrooms, Gastronomie, Einzelhandel sowie Büro- und Laborflächen. Das Ziel: Auf 30.000 Quadratmetern Freizeit und Arbeit neu definieren. Arbeitsplätze mit Blick auf Surfer, Freiflächen zum Flanieren und Ausruhen, Raum für Begegnung und Spaß. Das Objekt soll 2025 fertig sein und als Immune Office in Betrieb gehen, in dem die Ansteckungsgefahr durch Viren deutlich reduziert wird.

Allgemein, Reise und Freizeit, Topnews

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