Kaum ist der Nachtragshaushalt – und die teure Hortsanierung – beschlossen, steht bereits das nächste Sanierungsfall auf der Tagesordnung des Hallbergmooser Gemeinderats: Die Dreifachturnhalle am Freiherr-von-Hallberg-Platz weist erhebliche Schäden an der technischen Infrastruktur auf. Der Gemeinderat hat deshalb die Verwaltung beauftragt, eine umfassende Kernsanierung zu prüfen. Geschätzte Kosten: zwei Millionen Euro.
Auslöser sind massive Mängel an den Leitungsanlagen. Untersuchungen brachten korrodierte Wasserleitungen, Rostschäden, undichte Muffen sowie fäkalienhaltiges Wasser unter dem Estrich des sogenannten Stiefelgangs ans Licht. Nach Angaben des Bauamts begünstigen die überdimensionierten und teilweise verzinkten Leitungen Stagnation und Korrosion.
Im Gemeinderat wurden zwei Varianten diskutiert: Eine reine Bestandssanierung einzelner Bereiche würde nach ersten Schätzungen zwischen 1,0 und 1,2 Millionen Euro kosten. Die Verwaltung empfiehlt eine umfassende Kernsanierung im laufenden Betrieb. Hintergrund sind die Ergebnisse von Leckortungen, Kamerabefahrungen und Estrichöffnungen, die gezeigt hätten, dass punktuelle Reparaturen voraussichtlich keine nachhaltige Lösung darstellen.
Breite Unterstützung erhielt dieser Ansatz von Baureferent Hermann Hartshauser (Einigkeit) und Sportreferent Markus Streitberger (FW). Nach rund 35 Jahren seien die Leitungen in einem Zustand, der bei einer abschnittsweisen Erneuerung weitere Schäden an anderer Stelle erwarten lasse. Deshalb plädierten die Referenten dafür, zeitnah Fachplaner einzubinden, um ein belastbares Sanierungskonzept sowie eine genaue Kostenberechnung zu erhalten. Für die Bauzeit wurde zudem die Möglichkeit von Übergangslösungen für den Schul- und Vereinssport ins Gespräch gebracht.
Kostspielige Sanierungsfälle häufen sich
Gleichzeitig wurde im Gremium die zunehmende Zahl kostenintensiver Sanierungsprojekte kritisch diskutiert. Marcus Mey (CSU) stellte die Notwendigkeit der Maßnahme nicht infrage, kritisierte jedoch die einigermaßen überraschende Häufung kostspieliger Sanierungsfälle, die den Rat inzwischen in jeder Sitzung beschäftigen. Er forderte deshalb eine Übersicht aller anstehenden Maßnahmen in den kommenden zwei bis drei Jahren, um überhaupt fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Bürgermeister Benjamin Henn (FW) verwies in diesem Zusammenhang auf erwartete Sanierungskosten von insgesamt zehn bis 15 Millionen Euro. In der Vergangenheit seien die Folgekosten kommunaler Projekte nicht ausreichend berücksichtigt worden. Auch Kämmerer Thomas Grüning unterstrich den Handlungsbedarf. Angesichts der hohen Investitionen stünden als Finanzierungsmöglichkeiten im Wesentlichen nur Grundstücksverkäufe oder zusätzliche Kreditaufnahmen zur Verfügung.
Multikausale Schadensursachen
Florian Rothmeyer (Grüne) regte an, die Detailplanung modular aufzubauen – und eine gemeinsame Besichtigung, um einzelne Sanierungsbausteine besser bewerten zu können. Zudem ist eine gemeinsame Besichtigung vorgesehen, damit einzelne Sanierungsbausteine besser bewertet werden können. Noch nicht beantwortet ist Rothmeyers Frage, wie die jahrelange Durchfeuchtung des Estrichs unbemerkt bleiben konnte. Ein abschließendes Gutachten liegt bislang nicht vor. Vorerst geht man von „multikausalen“ Schadensursachen aus. In Frage kämen etwa poröses Silikon, undichte Verschraubungen, beschädigte Leitungen oder ein möglicher Grundwassereintritt am Fundament.
Der Beschluss des Gemeinderats wurde bewusst als Prüfauftrag formuliert. In den kommenden Monaten sollen mögliche Sanierungsvarianten, Fördermöglichkeiten und die tatsächlichen Kosten genauer untersucht werden. Ob sich dafür zeitnah ein geeignetes Planungsbüro findet, ist derzeit allerdings noch offen. Ein erster Markttest der Verwaltung blieb ohne Rückmeldungen.