„Mia san Bayern – Tradition erleben“: Unter diesem Motto stand der diesjährige Aktionstag an der Grundschule Hallbergmoos. In der Gemeinde, in der Menschen aus über 100 Nationen zusammenleben, bot sich für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Gelegenheit, bayerische Sprache, Bräuche und Heimatgeschichte näher kennenzulernen.
Alle zwei Jahre organisiert der Förderverein der Volksschule ein großes Fest für die Schulfamilie. Nach dem Thema Gesundheit rückte nun bayerisches Brauchtum in den Mittelpunkt. „Traditionen werden in der Familie oder der Gemeinschaft, in Liedern, Geschichten oder Spielen weitergegeben. Von den Großeltern an die Eltern, von den Eltern an die Kinder. Sie helfen uns, an unsere Vergangenheit zu erinnern und machen das Zusammenleben besonders schön“, betonte die Vorsitzende des Fördervereins, Jeannine Dressel.
Bayerischer Walzer und die Kuh Elsa
Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte Musikschüler Martin Stevkos, der den Bayerischen Walzer auf dem Akkordeon spielte. Viertklässler bewiesen, dass sie die Bayernhymne draufhaben. Auch das Rahmenprogramm war ganz auf den Freistaat ausgerichtet: Beim Melken der Kuh Elsa konnten die Kinder ihr Geschick testen, beim „Hau den Lukas“ durften sie gemeinsam mit Rektor Weichs kräftig zuschlagen. Im Biergarten stärkten sich Eltern und Kinder mit bayerischen Schmankerln und Kuchen vom reichhaltigen Buffet.
Von Profis lernen
Höhepunkt war die „Bairische Olympiade“, wo Mitglieder des Burschenvereins Goldach die Kinder ans Fingerhakeln und Maßkrugstemmen heranführten. Weil Bairisch in der Schule nicht unterrichtet wird, vermittelten Monika und Georg Förg in einem Quiz die Grundlagen von Heimatgeschichte und Dialekt. Jetzt wissen die Kinder in jedem Fall, was ein „Glubbal“, ein „Noagal“ oder ein „G‘scheidhaferl“ ist.
In der Bücherei las Leiterin Petra Niedermair in Mundart die Geschichte vom kleinen und großen Hasen vor – ein Erlebnis, das nicht nur die Kinder begeisterte. Auch die Eltern konnten etwas lernen: „Ich habe nicht alles verstanden, aber viel gelernt“, sagt eine Mutter aus dem asiatischen Sprachraum und lacht. Nun darf man gespannt sein, wie sie ‚Glubbal‘ und ‚Noagal‘ in ihren Alltag integriert.