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Ein ganzes Jahrhundert

„Graf Hallberg“ Martin Bäuerle feiert heute seinen 100. Geburtstag

Martin Bäuerle feiert am 3. März seinen 100.Geburtstag: Eine Würdigung. © Eva Oestereich

„Was für eine Ehre, dem Ortsgründer zu begegnen.“ Sätze wie diesen hat Martin Bäuerle in seinem Leben schon sehr, sehr oft gehört. Kein Wunder: Seine markanten Gesichtszüge, der eindrucksvolle Vollbart und die Ähnlichkeit zum historischen Vorbild haben ihm große Bekanntheit und den Beinamen „Graf Hallberg“ eingebracht. In einem Punkt allerdings hat er den Gründer der Gemeinde längst übertroffen: Martin Bäuerle feiert am 3. März seinen 100. Geburtstag – sein Alter Ego wurde „nur“ 94 Jahre alt.

Am 3. März 1921 wurde Martin Bäuerle in der damals noch ländlichen Gemeinde geboren. Ein waschechter Hallbergmooser also, der mehr als die Hälfte der Gemeindegeschichte hautnah miterlebt hat. Dank seines phänomenalen Gedächtnisses bleiben viele seiner Erinnerungen künftigen Generationen erhalten. Seine Tochter Anni Schäfer hat sie niedergeschrieben und Teile davon vergangenes Jahr in einem Sammelblatt des Heimat- und Traditionsvereins veröffentlicht (DER HALLBERGER berichtete).

Bäuerle erlernte in Freising, wo er von 1936 bis 1949 des Berufs wegen lebte, das Schneider-Handwerk. Nach der Heirat 1949 machte er sich in Hallbergmoos selbständig und lieferte seine Maßanzüge, Kostüme, Mäntel und sonstigen Erzeugnisse bis weit über München hinaus. Mit seinem Motorrad besuchte er seine Kunden zum Anmessen und lieferte sogar bis ins Schwabenländle, da er gerne weiterempfohlen wurde. Später und bis zu seiner Pensionierung 1982 arbeitete er schließlich als Verpackungsentwickler in der Mustermacherei von Isar-Wellpappe.

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An der Seite des damaligen Bürgermeisters Klaus Stallmeister beging Martin Bäuerle als Graf Hallberg 2005 die 175-Jahr-Feier der Gemeinde. © Oestereich

„Graf Hallberg“

Die 100-Jahr-Feier der Gemeinde 1930 erlebte Bäuerle als neunjähriger Bub. Im Jahr 1980 schlüpfte er dann bei der 150. Ortsgründungsfeier erstmals in die Rolle des Freiherrn von Hallberg-Broich. Sein Aussehen machte ihn zur Idealbesetzung, die er 2005 zur 175-Jahr-Feier erneut ausfüllte: Im historischen Gewand, mit der Würde und dem Habitus des historischen Vorbilds.
Viele Erlebnisse hat Bäuerle mit der Kamera, die er sich von seinem ersten Gesellenlohn gekauft hatte, festgehalten. Seine zweite größere Investition, ein Radl, führte ihn zusammen mit seinem Freund Michael Zeilhofer und seinen Brüdern Otto und Alfred oft in die Alpen. Seine Kinder erinnern sich gerne an die „Schifferlfahrten“ auf der Isar und an die Urlaube beim Zelten am Staffelsee.
Bäuerle war als Einjähriger an Kinderlähmung erkrankt. Den Stock, bis zu seinem 16. Lebensjahr ständiger Begleiter, konnte er nach einer OP beiseitelegen – oder ihn als nützliches Utensil bei seinen Bergwanderungen nutzen.

Uriger Senner am Großglockner

Die Berge, sein zweites Zuhause, waren auch Kulisse für seine unverhoffte Karriere als Fotomodell: Bei einer Wanderung am Großglockner, vor der Luckner-Hütte auf 2241 Höhe, entdeckte ihn ein Fotograf und engagierte ihn vom Fleck weg: Als uriger Senner grüßte Bäuerle 2008 mit einem „Griaß Enk“ und „Pfiat Enk“ von Werbeplakaten des Osttiroler Tourismusverbands.

Privates Glück

Sein privates Glück teilte Bäuerle 60 Jahre lang mit seiner Ehefrau Elisabeth. Vier Töchter, ein Sohn, fünf Enkelsöhne und drei Urenkel, der jüngste gerade fünf Monate alt, zählt er zu seiner Familie. Allen kam Bäuerles Leidenschaft fürs Tüffteln und Basteln zugute:  Für sie baut er leidenschaftlich gerne „Wagerl“ als Spielzeug.

Der Stammtisch fehlt

Daheim fühlt sich Bäuerle auch in vielen Vereinen: Er war Gründungsmitglied des Gartenbauvereins und des Seniorenclubs, ist beim Alpenverein, der SG Edelweiß und dem Schnupferclub ein langjähriges Mitglied. Es geht ihm gut, er lebt immer noch ohne größere Hilfe und gesundheitliche Einschränkungen zu Hause. Darüber, so erzählt uns Anni Schäfer, scherzt der Vater gerne mal: „Wahrscheinlich, weil ich nie einen Arzt gesehen hab‘.“  Und wäre nicht Corona, dann wüssten wir, wo wir Martin Bäuerle an seinen 100. Geburtstag garantiert treffen würden: Schräg gegenüber, bei seinen Stammtisch-Freunden vom „Kramer“, die er schon sehr vermisst.

Im Jahr 1980 schlüpfte Martin Bäuerle zum ersten Mal in die Rolle des Ortsgründers.

DER HALLBERGER gratuliert Martin Bäuerle ganz herzlich zum 100. Geburtstag!

Gesellschaft, Leute, Topnews

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