Dem Hallberger Kulturverein ‚Cultiamo‘ ist es wieder einmal gelungen, eine namhafte Künstlerin in den Gemeindesaal zu holen. Als Mama Bavaria kennt man sie, als Schauspielerin oder Rednerin auf dem Nockherberg sowieso, doch nun tritt sie als famous ‚Mary from Bavary‘ auf und zieht alle in ihren Bann.
In dem Programm ist viel Musik drin – von Swing bis Schlager, die die Entertainerin zum Besten gibt – hätte sie doch als die bayerische Taylor Swift Karriere machen müssen. Zu Beginn gab die Kinseher bekannt, dass sie wegen ihrer Heirat nun etwas kürzer auftreten möchte und deshalb die Hälfte des Programms von Mary absolviert wird.
„Keine Swifties, sondern Schwipsies!“
Sie hinterlässt auf der Bühne lediglich ein paar Moderationskärtchen, damit bei Mary „nicht alles aus dem Ruder läuft“, schaut aber zwischendurch mal wieder vorbei. Und schon geht’s los: Zur Melodie von „It’s raining men“ entert dann Mary die Bühne, rosa Federboa über dem üblichen Morgenmantel, röhrt sie : „Ich bin die Mary, yeah!“ Und „Ich bin die Taylor Swift Bayerns, und ihr seid keine Swifties, sondern meine Schwipsies!“
Sie erzählt von der ersten großen Liebe zum Goldhamster Muckl – ihrem Weg in die United States, dort wo sie bejubelt und wegen ihres bayerischen Dialekts gefeiert wurde. Dann folgen die Flirts mit David Hasselhoff, dem Anbandeln mit den drei Jungs aus der heimischen Disco in Niederbayern, bei denen sie sich nicht entscheiden konnte, wer ihr Lover sein sollte. Alles herrlich überzeichnet – mal ernst, mal rührend und sentimental.
Liebe zu Wan Tan aus der Wok-Dynastie
Und sie gibt ihren künstlerischen Austausch in Shanghai zum Besten – dort, wo sie auch eine Liebe kennenlernen durfte: zu Wan Tan aus der Wok-Dynastie. Mit ihm hat sie nicht nur die Musik und der Gesang verbunden, ihm brachte sie auch die bayerische Kultur nahe: „A Stamperl Obstler zum Grünen Tee“. Oder die Liebe zur Weißwurst – allerdings mit Sojasoße.
Platon: ein antiker Influencer
Und sie ließ uns an ihren Gedanken teilhaben: zu Platon, dem antiken Influencer‘, zu Peter Thiel, dem deutschen Tech-Milliardär, zum Dalai Lama, sowie dem Idealbild eines deutschen Bundeskanzlers, oder zu Lügen in der Politik, „die wie ein straffer Riesenbusen sind – jeder schaut hin, aber irgendetwas passt nicht.“ Als dann Mary zusammen mit ihrem Manager zum Finale „Time of my life“ schmettert und zu gewagten Dirty-Dancing-Luft-Einlagen ansetzt, tobt der Saal.
‚Mary from Bavary – Endlich SOLO‘ ist ein Pointenfeuerwerk, eine Lachoffensive – ein Abend, der nur Freude bereitete.
(bb)


