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Christkindlmarkt und Autokino auf dem Volksfestplatz

Gemeinde will Weihnachtsmarkt an allen vier Adventswochenenden öffnen

Die Gemeinde hat den Christkindlmarkt 2020 nun wegen der Corona-Situation endgültig abgesagt. © Eva Oestereich

Der Christkindlmarkt zieht vom Rathausplatz auf den Volksfestplatz um und wird auf vier Adventswochenenden ausgedehnt. Darauf hat sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit verständigt. Grund: Man will den Markt Corona-konform entzerren.

Die Gemeinde selbst wird wegen der geplanten Größenordnung selbst Veranstalter sein. Die Werbegemeinschaft, die seit Jahren den Markt auf dem Rathausplatz organsiert hatte, ist Partner. Der Gemeinderat hatte nun darüber zu entscheiden, ob man dafür eine Ausnahme von der Nutzungsordnung macht. Denn eigentlich wird der Volkfestplatz vom 1. November bis 31. März nicht vergeben.

Die notwendigen Mittel will man aus dem nicht ausgeschöpften Topf des Kultursommer nehmen. 100.000 Euro hatte der Ferienausschuss bereits im April für ein „Alternativprogramm“ genehmigt. Rund 20.000 Euro wurden für Konzerte (erstKlassik, Luz Amoi) verwendet. Es wären also noch 80.000 Euro übrig.
Freilich gelte in der aktuellen Lage, so heißt es in der Sitzungsvorlage, der Grundsatz des Sparens. Man wolle aber „aufgrund der schwierigen Zeit einen Funken Hoffnung entfachen und eine gewisse Normalität nach außen tragen.“ Ein Konzept wird gerade mit dem Landratsamt abgestimmt.

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„Angebot für Viele“ kontra „überdimensioniert“

Wie das Konzept aussehen könnte, gab in der Sitzung Anlass zu Diskussionen: 70.000 Euro hat die Kommune nun für den Markt veranschlagt. Größte Posten sind die Kosten für eine „zentrale Holzhütte“ (33.000 Euro) und eine „Adventsautokino“ (20.000 Euro). Während Kulturreferentin Andrea Holzmann (CSU) die Idee als „Angebot für Viele“ – und noch dazu barrierefrei – befürwortete, meldete Robert Wäger (Grüne) massive Vorbehalte an: „33.000 Euro für eine Hütte: Ist die aus Gold?“ Mit dem Autokino („ein Riesenaufwand“) schaffe man eine „steuerfinanzierte Konkurrenz“ für örtliche, wirtschaftlich ohnehin geplagte Kinos.

„Und warum da draußen?“, so Wäger. Die Lage des Volksfestplatz – und ein notwendiger Busshuttle – ziehe weiter Kosten nach sich. Insgesamt wertete Wäger das 12-tägige Vorhaben als „überdimensioniert“. Sich auf zwei Wochenenden zu konzentrieren würden aus seiner Sicht reichen. Er meldete überdies Zweifel an, „dass sich das für die Aussteller rentiert.“  Christiane Oldenburg-Balden (SPD) war auch nicht überzeugt: „Bis wann kann man abspringen? Wer trägt die Kosten bei einer Absage?“ wollte sie wissen. Auch die Frage eines etwaigen Alkoholverbots stelle sich.

Maximal 400 Personen

Geschäftsführerin Julia Hollmer und Josef Fischer (FW, 3. Bürgermeister und Volksfestreferent), der das Konzept federführend mit Henn und der Werbegemeinschaft ausgearbeitet hat, gaben Antworten: Mit Rücksicht auf die Corona-Infektionsschutzbestimmungen wolle man mit dem 12-tägigen Markt eine „Entzerrung“ bewerkstelligen. Einlasskontrollen und die Begrenzung auf maximal 400 Personen – damit hätte jeder Besucher 5 Quadratmeter Freiraum – inklusive. Auf dem Rathausplatz reicht dafür die Fläche nicht.

Fischer weiter: Die bestuhlte, massive Holzhütte (20 auf 20 Meter) sei so groß bemessen, um Abstandsregeln einhalten zu können. Essens- und Getränkeausgabe sind getrennt. Die Hütte koste in jedem Fall ihren Preis, so Fischer: „Egal ob man die eine oder vier Wochen hinstellt“. Fischer weiter: „Alle Verträge stehen unter Corona-Vorbehalt.“ Kosten fielen, so Fischer nur an, „wenn die Hütte bereits steht. Aber 100 Prozent Sicherheit gibt’s nicht“, sagte er mit Blick auf möglicherweise kurzfristig verschärfte Infektionsschutz-Beschränkungen. Bürgermeister Harald Reents ergänzte: „Das Konzept ist so ausgelegt, dass es auch bei einem etwaigen Alkoholverbot funktioniert.“ Der Gemeinderat ließ sich von der Idee überzeugen – und bei vier Gegenstimmen für eine Ausnahmegenehmigung.

 

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