Kabarettist Django Asül hat sich – nach 4000 Vorstellungen, 30 Bühnenjahren und mit etliche Kulturpreisen dekoriert – endlich auch für einen Auftritt im „mondänen“ Hallbergmoos qualifiziert. Präsentiert vom Kunst- und Kulturverein cultiamo e.V. präsentierte er im ausverkauften Gemeindesaal sein inzwischen achtes Bühnenprogramm „Am Ende vorn“. Ein Riesenerfolg.
Nach einer „35-Sekunden-Führung“ durch die „Altstadt“ der Gemeinde war der Kabarettisten bestens informiert über die Örtlichkeit. Oder: Eigentlich schon vorher, wie er versicherte: „Für uns Niederbayern war Hallbergmoos ja schon immer der Inbegriff des Mondänen.“ Für die Freisinger wiederum sei der Ort „das, was Kitzbühel für die Münchner ist – noch dazu mit eigenem Flughafen“ und einer „Elbphilharmonie mit angeschlossenem Feuerwehrhaus“.
Spaltung der Gesellschaft und Generationenkonflikte im Blick
In Handumdrehen hatte Asül die Lacher und Sympathien des Publikums – etliche „weit angereist“ aus Oberding, Ismaning oder Unterföhring, wie er witzelte – auf seiner Seite. In seinem Programm widmet er sich der der Spaltung der Gesellschaft, deren Dünnhäutigkeit und Generationenkonflikten – Stichwort Gen Z. Er setzt seine persönlichen Lebensweisheiten entgegen: Amüsant aufgezeigt anhand von promilleträchtigen Stammtischphilosophien aus seinem niederbayerischen Heimatort Hengersberg, den Gesprächen mit seinen cleveren Nichten (11 und 14 Jahre) oder historischen Exkursionen zu den starken Frauen des 12. Jahrhunderts.
Der Kabarettist, Jahrgang 1972, wirft wortreich, witzig und versiert einen Blick auf den Zustand der Gesellschaft – mit dem ihm eigenen, vom Publikum so sehr geschätzten niederbayerischen Wortwitz, kabarettistischen Können und 30-jährigen Bühnenerfahrung. Oder in Django Asüls Worten einfacher ausgedrückt: „Blödsinn reden aus sozialer Verantwortung heraus.“ Das ist wirklich eine Kunst.
Sieben Minuten Umarmung täglich!
Und natürlich hat er auch Ratschläge parat: Öfter mal den Druck rausnehmen. Stress vermeiden und abbauen – beispielsweise via 7-minütiger Umarmung, mindestens. Solidarität auf Augenhöhe leben. Und sich drauf verlassen, dass subjektiv falsche Entscheidungen oftmals zum richtigen Ergebnis führen. Schön wär’s (war’s)!

