Vor genau einem Jahr öffnete Deutschlands erster Surfpark seine Tore – in Hallbergmoos: Mitten in Bayern, fernab jeder Küste. Was damals vor allem als technische Kuriosität wahrgenommen wurde, hat sich laut Betreiber innerhalb von zwölf Monaten zu einem Tourismusmagneten mit internationaler Strahlkraft entwickelt: Über eine Million künstlich erzeugte Wellen, Gäste aus 83 Nationen und ein Standort, der mittlerweile als offizieller Trainingsstützpunkt des Deutschen Wellenreitverbands dient.
„Es ist ein Meilenstein für den Surfsport in Deutschland“, sagt Quirin Rohleder, Wettkampf-Direktor bei Surftown für die Rip Curl Nations Trophy, die vor wenigen Wochen in der Anlage ausgetragen wurde. Die Veranstaltung war die erste internationale Team-Meisterschaft ihrer Art – mit Teilnehmern aus ganz Europa. Auch die deutsche Surf-Nationalmannschaft nutzt die Welle regelmäßig zur Vorbereitung auf internationale Wettbewerbe.
Dabei war die Idee zu o2 Surftown MUC visionär: Ein Surfspot ohne Meer, gesteuert per Computer, gespeist durch Solarstrom. Heute ist die 180 Meter lange Wellenanlage der größte Surfpark Europas – und hat Hallbergmoos, eine 11 .000-Einwohner-Gemeinde nördlich von München, binnen eines Jahres zu einem Zentrum für Surf-Tourismus und sportliche Nachwuchsförderung gemacht.
Tourismus, Training und Technologie
Die Strahlkraft zeigt sich auch wirtschaftlich: Laut Gemeinde hat sich das Gästeaufkommen in der Region deutlich erhöht – nicht zuletzt, weil SURFTOWN Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Im Rekordmonat Juli kamen über 16.000 Surfende nach Hallbergmoos.
Auch technologisch betrachtet man die Anlage als ein Vorzeigeprojekt: Die künstlichen Wellen entstehen auf Knopfdruck und können in Form, Frequenz und Schwierigkeit angepasst werden – von der Anfängerwelle bis zur Profi-Barrel. Bis zu 90 Prozent des Energiebedarfs deckt die Anlage durch ein eigenes Solarfeld, ergänzt durch moderne Wärmerückgewinnung und Regenwasserverwertung.
Von der Baustelle zur globalen Headline
Internationale Medien berichten regelmäßig über die Welle „mitten in Deutschland“: Über 2 500 Artikel und Beiträge, darunter aus Australien, den USA, Frankreich oder Japan, erzählen die Geschichte einer neuen Surf-Ära. Auch auf Social Media verbreiteten sich erste Aufnahmen viral: Ein Video zum Start der Anlage wurde über 44 Millionen Mal geklickt.
„Wir wollten beweisen, dass man den Ozean nicht ersetzen muss, um Surfen zu ermöglichen – sondern ergänzen kann“, sagt Chris Boehm-Tettelbach, CEO der SURFTOWN. „Unsere Vision ist es, Surfen für alle zugänglich zu machen – für Profis, aber genauso für Menschen, die es noch nie probiert haben.“
Mit Programmen wie „Share the Stoke“ wird auch an der sozialen Zugänglichkeit und Inklusion gearbeitet: Menschen aus herausfordernden Lebenssituationen, mit Behinderung oder anderen Einschränkungen können hier surfen lernen – gemeinsam mit Partnervereinen aus München, Hallbergmoos und der Region.
Blick nach vorn: Neue Standorte geplant
Die Welle bei München war der Anfang. Weitere Surfparks sind laut Betreibern bereits in Planung. Hallbergmoos könnte damit als Blaupause für eine neue Form des Surfens gelten – mit lokalem Impact und internationalem Potenzial.
