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Auf geht’s liabe Leit!

Volkstanzkreis feiert 40-jähriges Jubiläum - ganz ohne Fest

Ein großes Jubiläumsfest wie im Jahr 2010 konnte der Volkstanzkreis Corona-bedingt nicht feiern. © Oestereich

„Rechts, links, eigen, Schenkel“, „das Dirndl dreht am Platz“  und „zum Walzer ausdrehn“: Mit Ansagen wie diesen mögen Laien nicht allzu viel anfangen können. Eingeweihten – und davon gibt es eine ganze Reihe – sagen sie natürlich was: Mit diesen Kommandos gibt Tanzleiter Roland Lipka den Takt – oder besser: den Schritt – vor. Und das seit genau 40 Jahren.

„Wenn nicht Corona wäre“, hätte der Volkstanzkreis mit all jenen, die sich für traditionelle Tänze und Brauchtum begeistern, das Jubiläum gefeiert. Und zur Eröffnung hätte Roland Lipka gesagt: „So liabe Leit, jetzt is wieda soweit: Auf geht’s zum Volkstanz heit!“ Doch das Gründungsfest musste man genauso absagen, wie die drei großen jährlichen Volkstänze. Wenigsten zum Üben konnte sich 13 Paare gelegentlich und unter Infektionsschutzauflagen heuer treffen.

Gründungsdatum ist der 27. November 1980. Zuvor – von September bis November – hatten 18 Paare aus Hallbergmoos einen „Grundkurs Volkstanz“ bei Jochen Sewald und seiner Frau Margret belegt. Als die sieben Tanzabende vorbei waren, sollte es nicht enden. „Was tun? Wenn wir aufhören, vergessen wir alles wieder?“ sagten sich die Paare. „Nach Pulling wollte keiner. Also machen wir selber weiter“, erinnert sich Lipka an den Entschluss, „selber was anzuleiern.“

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Der „Jedermann-Gedanke“ zählt

Und so wurden Roland Lipka und seine Frau Helga Tanzleiter. Um Tanzmeister zu werden, besuchten sie viele Kurse und Seminare, reisten nach Pulling, Eching, München, Spiegelau, Höslwang oder Zell a.d. Prahm. Man machte es sich zur Aufgabe, althergebrachte Tanzformen zu beleben und so Brauchtum und Tradition zu pflegen. Über 300 verschiedene Tänze aus Bayern, Böhmen und dem Alpenraum hat man in petto. Wichtig dabei: „Der Jedermann-Gedanke“. Nicht die ausgefeilte Choreografie zählt, sondern jeder soll bei Landler, Polka oder Zwiefachem mittanzen können.

Erster großer Auftritt 1983

Seinen ersten großen Auftritt hatte der Volkstanzkreis 1983 beim Dorffest auf der Schulwiese: Erwachsene und 15 Kinderpaare. Seitdem ist der Kreis aus dem gesellschaftlichen Leben im weiten Umkreis nicht mehr wegzudenken. Maifest, Kirchweih, Johannifest, Hoagarten, Emmausgang auf dem Tanzboden des Stegherr-Saals, der Alten Ringerhalle, im Gemeindesaal, Auftritte oft mit der Klarinettenmusi Faltermaier, die seit 30 Jahren den Ton angibt. Zu den Höhepunkten zählte ein Fest 50 mitwirkenden Kindern, die im Gemeindesaal tanzten, musizierten und sangen. Daneben gab’s immer wieder Volkstanzkurse und einige Tänzer blieben dem Kreis auch treu. Und natürlich waren auch „Tournee“ drin – man fuhr nach Graz, in Bad Aussee, Wels, Salzburg, Wien und Linz, Burgenland und Südtirol zu alpenländischen Volkstanztreffen oder ins Elsaß. „Überall brachten wir neue Tänze und Erinnerungen an schöne Begegnungen mit“, denkt Roland Lipka gerne an die Erlebnisse zurück.

Kulturaustausch in weiß-blau


Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist den Volkstänzern ein Besuch in Sachsen 1992, wo man für Schlagzeilen und eine Sonderseite in den Lokalnachrichten sorgte. Überschrift: „Die Bayern kommen!“ Mit Tanz und in Begleitung der ‚Moosdorfegger Tanzlmusi‘, sondern auch mit weiß-blauen Fahnen, Weißwürsten und Bier aus Freising sorgten die Volkstänzer für einen Kulturaustausch der besonderen Art. Übrigens auch in Miltitz, der ehemaligen Partnergemeinde: „Wir haben den Leuten dort beigebracht, wie man ein Radler richtig mischt“, schmunzelt Lipka.

Eng verbunden mit Predazzo

Eng verbunden ist der Volkstanzkreis mit der Gemeinde Predazzo: Als die Partnerschaft begann, tanzte der Volkstanzkreis bei der Eröffnungsfeier – und jungen Menschen aus dem Trentino neue Impulse: „Eine junge Gruppe hat sich gebildet und zehn Jahre lang hatten wir einen regen Austausch mit ihnen. Tanzen, Wandern, Musik-machen bei ihnen in Predazzo und bei uns. Es waren schöne Stunden miteinander“, erinnert sich Lipka. Regelmäßige Besuche und Auftritte hier wie dort folgten.

1998 waren war der Volkstanzkreis sogar bei „Eurofolk Ballets“ als Vertretung für Bayern in Trient. Dr. Silvano Longo aus Predazzo hatte den Auftritte in Cavalese, Caldonazzo und in Trient auf der Bühne. Musikalische Begleiter damals: Die Gruppe „Viagra“ mit Max Kreilinger Max, Klaus Michl und Musikfreunden.

Zahlreiche Ehrungen

Auch die Ehrungen waren zahlreich, darunter der Anerkennungspreis „Freisinger Mohr“ des Landkreises Freising. Die höchste Auszeichnung war die Ehrennadel für das Ehrenamt durch Ministerpräsident Stoiber.

Kultur

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