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Abschied vom Ziehvater

Wolfgang Reiland hat sechs verwaiste Eichhörnchen mit viel Liebe aufgepäppelt – und nun ausgewildert

Abschied von ihrem Ziehvater Wolfgang Reiland haben die sechs Eichhörnchen genommen. Jetzt wohnen sie im Goldachpark.

‚Ernst‘ war schon immer der neugierigste und mutigste unter Wolfang Reilands Schützlingen. Wenn der Eichhörnchen-Ziehvater Futter in die Voliere brachte, konnte es schon vorkommen, dass das Jungtier unter Reilands Mantel schlüpfte – und am Ärmel wieder rausspazierte. So war es keine Überraschung, dass der kleine Rotschopf nun als Erster zum Sprung in die Selbständigkeit ansetzte.

Wenige Momente nachdem Reiland die Klappe der Voliere geöffnet hatte, wagte sich ‚Ernst‘ aus der Deckung, verharrte kurz an der Öffnung und suchte über das gespannte Seil und die Gartenmauer das Weite. Er schlug allerdings erst einmal die falsche Richtung gen Straße ein, fand aber dann mit ein bisschen Wegweisung von Reilands Ehefrau Beate und Tochter Chiara das Ziel: den benachbarten Goldachpark.

Neue Heimat: Goldachpark


Dort, so hofft Reiland nun, werden die Tiere heimisch und eine Familie gründen. Sie sind jetzt geschlechtsreif, eine wichtige Voraussetzung für die Auswilderung. Und sie haben nach den eher ruhigen Wintermonaten einen unheimlichen Bewegungsdrang. Zuletzt hatte Reiland noch ein Laufrad in der Voliere installiert, wo sich die kleinen Nager auch beim Pressetermin munter austobten.
Es kann gut sein, dass die Eichhörnchen ein Stückchen weiter in Richtung Schulweiher ziehen. Weil’s dort mehr Nadelbäume gibt. Sie bieten den Tieren einen besseren Schutz vor Feinden wie Mardern und Krähen als Laubbäume. Einen Kobel – eine kleine Holzkiste –  hat Reiland – quasi als Immobilienangebot – an einem Parkbaum in seiner Sichtweite angebracht. Und tatsächlich ist auch eines der Eichhörnchen gleich eingezogen.

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Auf das Leben in der Natur gut vorbereitet


Auf das Leben in der freien Natur sind die Eichhörnchen gut vorbereitet: „In der Voliere konnten sich die Eichhörnchen an die Lebensumstände in der freien Natur, den Tag-Nacht-Rhythmus, Temperaturschwankungen und die Geräusche im umliegenden Park gewöhnen. Die Voliere war artgerecht ausgestattet, so konnten sie sensorische wie motorische Fähigkeiten erlernen“, berichtet Reiland.

Abschied fällt schwer

Freilich fiel der Abschied schwer: „Ich habe mich wahnsinnig an die Tiere gewöhnt. Da ist eine unheimliche Vertrautheit entstanden, da sind Emotionen im Spiel“, bekannte er mit brüchiger Stimme. Die sechs Jungtiere, die ihm der Münchner Eichhörnchen-Schutzverein vor sechs Monaten  anvertraut hatte, sind Reiland ans Herz gewachsen.

Artgerechte Luxus-Voliere

Er hat sie mit Liebe und Aufwand aufgepäppelt, ihnen eine Voliere gebaut, sie mit Kobeln, Seilen und allem erdenklichen artgerechten Luxus ausgestattet. Und ihnen Namen gegeben.
Die Klappe bleibt noch für einige Zeit offen. Die Eichhörnchen können jederzeit in die Voliere zurück, wenn sie Schutz suchen. Vielleicht auch für ihren Nachwuchs. Und natürlich wird Reiland auch noch eine Weile Futter vorhalten.

Ayla, Fandi und Herr Grundner

Demnächst werden drei neue putzige Racker in die Voliere einziehen. „Ayla“, „Fandi“ und „Herr Grundner“, der den Namen des Rektors der Erdinger Mädchen-Realschule trägt, weil man das Tier dort elternlos gefunden hat. Noch wohnen die drei Babys, die Reiland mit der Flasche aufgezogen hat, in der Kinderstube im Wintergarten des Wohnhauses. Sieben bis zehn Wochen sind sie alt. Weil sie keinen kalten Winter überstehen müssen, ist ihr Aufenthalt wesentlich kürzer, wie Reiland erklärt: „Sie werden gute 14 Tage in der Außenvoliere bleiben, dann dürfen sie raus.“

Gesellschaft, Reportagen

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