A bissl was geht immer

CSU-Vortragsabend mit Rainer Sontheimer zum Thema: Was die Politik vom Monaco Franze lernen kann

Tanja Knieler (CSU-Ortsvorsitzende) konnte den "Rocksoziologen" Rainer Sontheimer als Referenten begrüßen. © Sonja Aigner

Mit viel Humor, analytischer Schärfe und einer ordentlichen Portion bayerischer Lebensart hat Rainer Sontheimer beim Vortragsabend der CSU Hallbergmoos-Goldach begeistert. Unter dem Titel „A bisserl was geht immer – Was die Politik von Monaco Franze lernen kann“ schlug der promovierte Soziologe den Bogen zwischen Kultserie und politischer Gegenwart.

Die Begrüßung des Abends übernahm die CSU-Ortsvorsitzende Tanja Knieler, die unter den Gästen Gemeinderat Marcus Mey, die Kreisräte Konrad Weinzierl und Franz Braun, Silvia Bergmann als Vorsitzende der Frauen Union im Landkreis und die Gemeinderatskandidaten Jeannine Dressel, Thomas Komarek und Michael Fischer begrüßten konnte. Sie spannte eingangs den Bogen zur kommunalpolitischen Realität und zitierte den unvergessenen Monaco Franze aus der Serie Monaco Franze – Der ewige Stenz mit einem Augenzwinkern: „A bisserl was geht immer.“ Gerade in Zeiten intensiver politischer Debatten – und mitten im Kommunalwahlkampf – sei dies mehr als nur ein geflügeltes Wort, so Knieler. Es stehe für Pragmatismus, Zuversicht und den Mut, Spielräume zu nutzen.

„Kommunalpolitik ist die ehrlichste Form der Politik“

Der Referent Sontheimer griff diesen Gedanken auf: „‚A bisserl was geht immer‘ ist kein Aufruf zur Beliebigkeit. Es ist eine Haltung. Es heißt: Nicht aufgeben. Spielräume suchen. Lösungen finden. Und dabei Mensch bleiben.“ Der Münchner Soziologe, der sich als „Rocksoziologe“ mit Popkultur und Gesellschaft beschäftigt, zeigte, dass Monaco Franze weit mehr sei als eine humorvolle Fernsehfigur. „Monaco Franze war kein Zyniker – er war ein Menschenkenner“, erklärte Sontheimer. „Er wusste, dass Beziehungen in der Politik oft wichtiger sind als Paragrafen.“ Mit Blick auf die Kommunalpolitik betonte er: „Kommunalpolitik ist die ehrlichste Form der Politik. Hier begegnet man sich im Alltag wieder. Da zählen Persönlichkeit, Verlässlichkeit und Augenmaß.“

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Der „ewige Stenz“: Charmeur voller Hintergründigkeit und kluger Zwischentöne

Untrennbar verbunden sei die Figur des Monaco Franze mit dem großartigen Schauspieler Helmut Fischer, der dem „ewigen Stenz“ mit Charme, Hintergründigkeit und feinem Gespür für Zwischentöne Leben einhauchte. Fischer habe aus der Rolle keinen Draufgänger, sondern einen warmherzigen Lebenskünstler gemacht – „einen, der die Menschen liebt und genau deshalb nie ganz berechnend wirkt“. An seiner Seite brillierte Ruth Maria Kubitschek als Annette von Soettingen alias „Spatzl“. Mit kluger Selbstironie, Souveränität und innerer Stärke verkörperte sie eine Mischung aus Grandezza und Bodenhaftung, die die Serie bis heute so besonders macht. Auch Erni Singerl als treue Mama Häusler prägte das Format mit bayerischem Mutterwitz und trockenem Humor. „Gerade dieses Zusammenspiel der Figuren verlieh der Serie ihre Tiefe – hinter aller Leichtigkeit steckte immer auch ein ernsthafter Blick auf Beziehungen, Milieus und gesellschaftliche Unterschiede“, so Sontheimer.

Auch das berühmte Opern-Zitat durfte in seinem Vortrag natürlich nicht fehlen: „Weißt, Manni, des Schlimmste ist ja ned die Oper selber – des Schlimmste ist ja das, was hinterher kommt.“ Sontheimer deutete es augenzwinkernd als politische Lebensweisheit: „Entscheidend ist nicht nur die Inszenierung – entscheidend ist, was danach passiert. Ob wir ins Gespräch kommen oder nur übereinander reden.“

Persönlichkeit, Verlässlichkeit und Augenmaß

Was aber macht – jenseits aller Schlagfertigkeit – einen guten Politiker aus? Für Sontheimer sind es vor allem fünf Eigenschaften: Haltung, Zuhörfähigkeit, Verlässlichkeit, Entscheidungsfreude und die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten. „Politik ist kein Wunschkonzert“, so der Soziologe. „Sie lebt vom Dialog, vom Ringen um die beste Lösung – und von Menschen, die Verantwortung übernehmen, auch wenn es unbequem wird.“ Ein guter Kommunalpolitiker brauche zudem Bodenhaftung: die Bereitschaft, sich erklären zu lassen, was vor Ort wirklich zählt, und den Mut, Entscheidungen transparent zu vertreten. „Kommunalpolitik ist die ehrlichste Form der Politik. Hier begegnet man sich im Alltag wieder. Da zählen Persönlichkeit, Verlässlichkeit und Augenmaß.“ Gerade deshalb seien Authentizität und Respekt keine Nebensache, sondern Grundvoraussetzung für Vertrauen.

Der Abend verband Unterhaltung mit Tiefgang und zeigte, dass politische Kultur auch heiter sein darf – ohne an Ernsthaftigkeit zu verlieren. Oder, um es in bester Monaco-Franze-Manier zu sagen: Ein bisserl was geht immer.

(tak)

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