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65.000 Quadratmeter „Insektenschmaus“

Initiative „Hallbergmoos und Goldach blüht“ legt neue Blühstreifen an

Gemeindevertreter übergaben nun das kostenlose Saatgut an die Initiative „Hallbergmoos und Goldach blüht“ (v.l.) Umweltreferentin Tanja Knieler, Bürgermeister Harald Reents, Hans Kirchmeier, Stefan Blasi, Landwirtschaftsreferent Markus Loibl und Markus Kreilinger (Sprecher der Initiative)
Gemeindevertreter übergaben nun das kostenlose Saatgut an die Initiative „Hallbergmoos und Goldach blüht“ (v.l.) Umweltreferentin Tanja Knieler, Bürgermeister Harald Reents, Hans Kirchmeier, Stefan Blasi, Landwirtschaftsreferent Markus Loibl und Markus Kreilinger (Sprecher der Initiative)

„Challenge Accepted“ – Herausforderung angenommen – heißt es jetzt bei der Initiative „Hallbergmoos und Goldach blüht“. Für jeden Quadratmeter privat gepflanzter Blumenwiese werden Landwirte fünf Quadratmeter Blühflächen „drauflegen“. Die Idee entstand auf politischer Bühne, auf den Feldern nimmt sie nun Gestalt an. Landwirte werden 65.000 Quadratmeter „Insektenschmaus“ anlegen.
Im Frühjahr 2019 hatten der Gemeinderat grünes Licht für das Blühflächenkonzept und die „Challenge“ gegeben. Etwa 13.000 Quadratmeter haben Bürger 2019 in Gärten und auf Balkonen angepflanzt. Heuer muss die „private“ Aktion wegen Corona pausieren. Die Landwirte können aber weitermachen: 65.000 Quadratmeter Blühstreifen werden sie auf zwei Jahre verteilt entlang ihrer Felder anlegen – ein idealer Lebensraum für Insekten und Wildtiere.  Für einige seiner Kollegen wird Markus Kreilinger, Sprecher der Initiative, die Arbeit übernehmen. Was er fürs „Lohnsäen“ – den Einsatz seiner Zeit, Arbeitskraft, Sprit und Gerät – von den Landwirten bekommt, wird für einen guten Zweck gespendet.
Das kostenlose Saatgut gaben nun Bürgermeister Harald Reents und die beiden frischgebackenen, zuständigen Referenten bei der Bauerninitiative ab: Tanja Knieler, zuständig für Umwelt und Gesundheit, bezeichnete die Aktivitäten der landwirtschaftlichen Initiative als „ein Paradebeispiel für kooperativen Umweltschutz.“ Das könne man „gar nicht hoch genug wertschätzen.“ Landwirtschaftsreferent Markus Loibl unterstrich: „Da können Bürger sehen, was die Landwirtschaft für uns tut. Jeder stellt seine Flächen zur Verfügung und pflegt sie.“
„Hallbergmoos und Goldach blüht“-Sprecher Markus Kreilinger skizzierte die Zielsetzungen des freiwilligen Zusammenschlusses von über 30 örtlichen Landwirten, über die DER HALLBERGER schon mehrfach berichtete hat: Man will auf das Engagement der Bauern für den Artenschutz aufmerksam machen, ein falsches Bild in der Öffentlichkeit geraderücken, Bürger zum Dialog und zur Nachahmung aufrufen.
„Es verdient Anerkennung wie insektenfreundlich unsere Landwirte agieren“, unterstrich der Bürgermeister. Durch die Corona-Krise, darüber waren sie Landwirte und Gemeindevertreter einig, sei das Bewusstsein und die Anerkennung für die Produzenten regionaler, landwirtschaftliche Produkte gestiegen. „Das merken wir in den Kundengesprächen auf den Märkten“, bestätigt Kreilinger.
Weil während der Corona-Krise nun vermehrt Spaziergänger und Radfahrer in die Natur unterwegs sind, wandten sich die Landwirte mit einem Appell an Hundehalter: Man möge doch, so die dringende Bitte, die Vierbeiner nicht frei über die Felder laufen lassen. Denn dort wachsen Lebensmittel, so Loibl. Es gehe auch um den Schutz der heimischen Tierwelt. Besonders gefährdet seien Hasen und Rehkitzen: „Wenn da ein Hund hinrumpelt und seinen Geruch hinterlässt, wird das Jungtier von der Mutter nicht mehr angenommen.“
Apropos Tiere: Vogel- und Nistkästen hat die Initiative im Vorjahr reihenweise aufgestellt. Und die sind bei den Nutzern begehrt: „Wir haben so viele Schwalben wie noch nie. Die Vögel raufen sich förmlich um die Nistkästen“, schildert Kreilinger seine Beobachtungen. Die Corona-bedingten Verkehrsrückgänge auf der Straße und in der Luft haben positive Effekte auf die Tierwelt, so Kreilinger: Es seien deutlich mehr Insekten und Vögel zu beobachten. Heuer widmen sich die Bauern einem neuen Projekt: Man wird Igelhäuser und Insektenhotels aufstellen. „Wir sind schon fleißig am Bauen“, berichtet Kreilinger.

 

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